Das Scheidungsverfahren – wie lange dauert es eigentlich?

19. April 2018 um 13:54 Uhr

Laut neuester Statistiken hält die Durchschnittsehe knapp 15 Jahre. Jedes Jahr werden über 100.000 Ehen wieder geschieden. Das Problem Scheidung betrifft viele Familien in Deutschland. Wenn die Kartons gepackt und Ringe zurückgegeben werden, beginnt in der Regel das Scheidungsverfahren. Doch wie lange dauert der leidige Prozess eigentlich?

Wie lange dauert das Scheidungsverfahren? Auf den Umfang der Streitpunkte kommt es an

Das Scheidungsverfahren - wie lange dauert der leidige Prozess in der Regel?

Das Scheidungsverfahren – wie lange dauert der leidige Prozess in der Regel?

Wenn die Liebe erloschen ist, will man oft nur noch das alte Kapitel abschließen und sich neuen und schöneren Themen zuwenden. Doch zuerst muss die Scheidung bestritten werden. Viele Faktoren haben Einfluss auf die Dauer im Scheidungsverfahren. Wie lange es sich letztendlich hinzieht, hängt auch davon ab, welche Ansprüche von den Parteien geltend gemacht werden.

Die Dauer der Scheidung kann von vier kurzen Monaten bis zu mehreren Jahren reichen. Je nach Umfang des Verfahrens sind also drei Antworten denkbar:

Vier Wochen ohne Versorgungsausgleich

Wenn es nicht zu einem Versorgungsausgleich kommt, kann die Scheidung oft schon vier bis sechs Wochen nach Antragstellung vor Gericht abgewickelt werden. Nur sehr selten dauert sie dann länger als vier Monate.

Ein Versorgungsausgleich ist der Ausgleich der Altersvorsorge- und Rentenansprüche der beiden Partner. Dieser findet erst statt, wenn die Ehe länger als drei Jahre gehalten hat.

Fünf bis neun Monate mit Versorgungsausgleich

Im Normalfall ist der Versorgungsausgleich aber Bestandteil im Scheidungsverfahren. Wie lange es dann im Einzelfall dauert, hängt auch von der Deutschen Rentenversicherung ab. Diese muss Auskunft über die Ansprüche der Scheidungsparteien geben und die Bearbeitung der Daten nimmt in der Regel viel Zeit in Anspruch.

Mehrere Jahre bei nicht einvernehmlicher Scheidung

Das Scheidungsverfahren: Wie lange es dauert, hängt von Folgesachen wie der Besitzaufteilung ab.

Das Scheidungsverfahren: Wie lange es dauert, hängt von Folgesachen wie der Besitzaufteilung ab.

Wenn die Scheidung nicht einvernehmlich erfolgt, ist es für das Gericht mit der Entscheidung über Scheidung und Versorgungsausgleich nicht getan. Die Trennung ist nicht einvernehmlich, wenn es zu Streitigkeiten kommt, die nicht außergerichtlich geregelt werden können. Hier entstehen sogenannte Scheidungsfolgesachen. Beispiele dafür sind:

Diese Streitigkeiten führen manchmal zu einer Prozessdauer von mehreren Jahren im Scheidungsverfahren. Wie lange es sich im Einzelfall hinzieht, hängt davon ab, welche Gutachten und Nachweise für die Klärung der Ansprüche erbracht werden müssen.

Der Scheidungsprozess kann erst stattfinden, wenn die Partner bereits seit einem Jahr getrennt leben. Andernfalls erkennt das Gericht den Scheidungsantrag in der Regel nicht an.
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