Notarkosten – Welche Kosten fallen für den Notar bei Scheidung an?

Notar bei einer Scheidung

Neben den Prozesskosten, die vor allem die Gerichts- und Anwaltsgebühren im Falle der Scheidung in sich vereinen, können auch noch weitere Scheidungskosten auf die Eheleute zukommen. So vor allem im Falle einer einvernehmlichen Scheidung. Im Rahmen einer Scheidungsfolgenvereinbarung können die Beteiligten unstreitige Punkte in einem entsprechenden Vertrag niederlegen und so am Ende trotz zusätzlicher Notarkosten bei der Scheidung selbst bares Geld sparen.

Das Wichtigste in Kürze: Notarkosten

  • Notarkosten fallen vor allem bei der urkundlichen Scheidungs- bzw. Trennungsfolgenvereinbarung an.
  • Dabei richten sich die Notarkosten nach dem Verfahrenswert und variieren daher von Fall zu Fall.
  • Ratsam ist die Hinzuziehung eines Anwalts, um die Vereinbarung juristisch wasserfest zu formulieren.

Ausführliche Informationen zu den Notarkosten erhalten Sie im Folgenden.

Wie hoch sind die Notarkosten für die Scheidungsfolgenvereinbarung?

Die Notarkosten für die notarielle Trennungsvereinbarung

Notarkosten: Die Scheidungsfolgenvereinbarung muss notariell beglaubigt werden, um rechtsgültig zu sein.

Notarkosten: Die Scheidungsfolgenvereinbarung muss notariell beglaubigt werden, um rechtsgültig zu sein.

Die notarielle Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung ist vor allem im Zuge einvernehmlicher Scheidungen von großem Interesse. Die Ehegatten verzichten hier auf die zusätzliche Beauftragung des Gerichts, um über Fragen zur Unterhaltshöhe, dem Sorgerecht oder der Hausratsteilung Beschlüsse zu fassen. Durch die gütliche Einigung im Voraus können die Beteiligten auf diesem Wege nicht nur das ohnehin gespannte Nervenkostüm schonen, sondern zudem auch noch ihren Geldbeutel.


Denn: Im Falle einer einvernehmlichen Scheidung genügt in der Regel nur ein Rechtsbeistand, den der Antragsteller beauftragen muss. Der Anwaltszwang gilt dabei nicht für den Antragsgegner. Somit entfallen dessen Anwaltskosten. Die Kosten für die Scheidung fallen damit geringer aus. Im Rahmen einer Kostenteilungsvereinbarung, die ebenfalls in einer Scheidungsfolgenvereinbarung festgehalten werden kann, besteht die Möglichkeit, die Kosten für den beauftragten Rechtsanwalt zu teilen. So können am Ende beide Beteiligten von dem Arrangement profitieren.

Doch wie ist das Berufsbild des Notars eigentlich genau geprägt? Welche Aufgaben kann der Notar bei einer Scheidung übernehmen? Und wie hoch sind die Kosten für eine Scheidungsfolgenvereinbarung? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Zum Berufsbild des Notars

Das Wort “Notar” stammt vom lateinischen notarius ab, was wörtlich so viel bedeutet wie “Schnell- oder Geschwindschreiber”. Der Berufsstand der Notare ist bereits seit dem Byzantinischem Reich bekannt. Und schon damals entsprach das Berufsbild weitesgehend dem heutigen: Der Notar beurkundet Rechtsgeschäfte aller Art, die erst dadurch tatsächlich Rechtswirksamkeit erlangen.

Zum Notar in Deutschland können derzeit nur Volljuristen bestellt werden. Das bedeutet, dass ein Notar zwingend das zweite juristische Staatsexamen erfolgreich bestanden haben muss. Seit 2011 ist der Notardienst dabei nicht mehr nur Staatsbürgern der Bundesrepublik Deutschland vorbehalten. Um nicht in Gewissenskonflikte zu geraten, darf ein vereidigter Notar keiner weiteren Tätigkeit nachgehen, durch die er ein Einkommen erzielt. Eine Ausnahme kann nur bei sogenannten Anwaltsnotaren gelten, die neben der Tätigkeit als Notar auch zugleich als Rechtsanwalt, Buchprüfer oder Ähnliches arbeiten dürfen.

 

 

Voraussetzung für die Zulassung zum Notar ist die mindestens fünfjährige Tätigkeit als Rechtsanwalt und die Ablegung einer Notarsprüfung. Zudem sind in den einzelnen Bundesländern stets nur bestimmte Obergrenzen gegeben, die die Zahl zugelassener Notare beschränkt.

Wonach richten sich die Notarkosten bei Scheidung?

Die Kosten für die Beauftragung und das Tätigwerden eines Notars richten sich nach dem Gesetz über die Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare (GNotKG) – kurz: Gerichts- und Notarkostengesetz.

Die Notarkosten bei Scheidung sind zwar ein zusätzlicher Kostenpunkt - am Ende kann eine Scheidung so jedoch günstiger werden.

Die Notarkosten bei Scheidung sind zwar ein zusätzlicher Kostenpunkt – am Ende kann eine Scheidung so jedoch günstiger werden.

Ebenso wie bei den Kosten für den Scheidungsanwalt und den Gerichtskosten ist als Basis der berechneten Gebühren der jeweilige Geschäfts- bzw. Verfahrenswert anzunehmen. Die Kosten für eine Scheidungsfolgenvereinbarung, die vom Notar beurkundet werden soll, richten sich dabei folglich nach dem Verfahrenswert der Scheidung selbst bzw. nach dem Vermögenswert, über den eine Vereinbarung getroffen werden soll.

Wollen die Ehegatten lediglich im Rahmen der Trennungsfolgenvereinbarung abklären, was mit dem gemeinsamen Haus, dem Hausrat und anderen Vermögenswerten geschieht, sind hier in aller Regel die Kosten der Vermögensgesamtmasse geltend zu machen.

Wie teuer ist die notarielle Trennungsvereinbarung? Die Kosten richten sich in aller Regel nach dem Verfahrenswert oder den in dem Vertrag festzusetzenden Vermögenswert, z. B. des Hauses, von Schmuck und anderen Wertgegenständen.

Die Stufen für die jeweilige Gebührenhöhe entsprechen denen bei Anwalts- und Gerichtskosten – § 34 GNotKG folgend – im Falle der Folgenvereinbarung nach Tabelle B. Für die notarielle Scheidungsfolgenvereinbarung selbst berechnet der Notar im Zuge in aller Regel die zweifache Gebühr für die Beurkundung der Vereinbarung. Zu den Gebühren treten dabei in aller Regel ebenfalls Auslagenkosten, etwa für Papierkosten und Porto. Durch die rechtliche Grundlage sind die Notarkosten bei Scheidung überall gleich.


Bei einem Verfahrenswert von 25.000 Euro liegen die Beurkundungsgebühren bei 230 Euro. Liegt der Geschäftswert bei 500.000 Euro, kann bei der Scheidungsfolgenvereinbarung durch den Notar eine Gebühr von 1.870 Euro erhoben werden. Hinzu kommen jedoch mitunter weitere Gebühren für die Umtragungen im Grundbuch und anderen Vorgängen, sodass die Notarkosten letztlich erheblich über den Auslagen für einen Anwalt liegen können. Die genaue Höhe richtet sich nach dem Einzelfall.

Die Notarkosten, wenn der Versorgungsausgleich ausgeschlossen werden soll, richten sich damit etwa nach der Höhe der auszugleichenden Rentenanwartschaften. Der Verfahrenswert liegt hier bei mindestens 1.000 Euro.

 

 

Notarkosten sparen: Ist für die Scheidung eine notarielle Vereinbarung Pflicht?

Ist die Trennungsvereinbarung auch ohne Notar gültig? Es besteht zwar durchaus die Möglichkeit, bei einer entsprechende Scheidungsfolgenvereinbarung die Kosten für den Notar zu sparen. Allerdings macht erst die Beurkundung durch den Notar diese vertragliche Vereinbarung hieb- und stichfest. Bei privaten Vereinbarungen ohne anwaltliche Beratung und ohne Notar sind oftmals Punkte eingebunden, die von einem Rechtsbeistand schnell als unwirksam entlarvt werden können.

Eine notarielle Trennungsvereinbarung gilt als rechtsgültiger Vertrag.

Eine notarielle Trennungsvereinbarung gilt als rechtsgültiger Vertrag.

Es empfiehlt sich daher stets, vorab den Rat eines Rechtsanwalts einzuholen, um die einzelnen Punkte gut abzuwägen und eine gerechte Vereinbarung aufzusetzen. Erst nach erfolgter abschließender Absprache sollte die Vereinbarung dem Notar zur Beurkundung vorgelegt werden. Die Notargebühren sind damit also auch mit einer Rechtssicherheit verbunden. Ihr Partner kann, sollten ihm im Nachhinein Zweifel an dem Vertrag kommen, nicht einfach alles über den Haufen werfen und die Abmachungen ad acta legen. Hierzu bedarf es dann zumeist einer Abänderungsklage.

Es ist also stets die bessere Wahl, die Notarkosten für die Trennungsvereinbarung in Kauf zu nehmen, um am Ende mehr Sicherheit zu gewinnen. Im Idealfall kann Ihnen der Notar auch Ratschläge dahingehend erteilen, ob die im Vertrag festgelegten Punkte am Ende auch einer gerichtlichen Entscheidung standhalten können. Wurde einer der Ehegatten zu stark benachteiligt, kann ein Gericht gegebenenfalls auch die Nichtigkeit des Vertrags erklären.

Ist die Scheidung auch beim Notar möglich?

Eine notarielle Scheidung per se existiert im deutschen Rechtssystem nicht. Die Eheauflösung bedarf stets der Anrufung des Familiengerichts. Nur durch einen gerichtlichen Beschluss kann die Scheidung damit vollzogen werden. In der Regel ist es auch nicht zulässig, dass ein Anwaltsnotar etwa einen der Mandanten als Rechtsbeistand vertritt und die Folgenvereinbarung aufsetzt, um sie im Nachzug dann selbst zu beurkunden.

Zwar können Sie etwa beim Versorgungsausgleich den Verzicht per Notar erklären und auch andere Folgesachen, die mit der Ehescheidung in Verbindung stehen. Allerdings kann die Scheidung durch den Notar selbst nicht veranlasst werden.

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