Scheidungsberatung – Keine übereilten Entscheidungen treffen!

Die Ehe kriselt schon länger, Streitigkeiten sind an der Tagesordnung. Irgendwann entscheidet sich dann einer der Ehegatten für Trennung und Scheidung. „Was tun?“ ist die Frage, die sich nicht nur der mit der Trennungs- und Scheidungsabsicht konfrontierte Ehepartner stellt. Beratung bei Trennung und nachfolgender Scheidung ist daher dringend erforderlich. Sind Kinder und Jugendliche vorhanden, sind diese von der Trennung der Eltern besonders betroffen, da die Familie auseinander bricht. Neben anderen Folgesachen muss speziell der Unterhalt geklärt werden. Alles Fragen, bei denen eine anwaltliche Scheidungsberatung helfen kann.

Wenn die Ehepartner getrennte Wege gehen

Erste Hilfen durch Ämter, Einrichtungen und Verbände

Eine Scheidungsberatung durch einen Fachanwalt kann vor der Trennung hilfreich sein

Eine Scheidungsberatung durch einen Fachanwalt kann vor der Trennung hilfreich sein

Eine erste Hilfe bei Trennung bieten kommunale Ämter wie etwa der Allgemeine Dienst oder karitative Einrichtungen wie beispielsweise die Caritas oder die Diakonie, aber auch Verbände wie pro familia.

Bei der Frage „Was tun bei Trennung?“ bieten diese Ämter, Einrichtungen und Verbände eine meist kostenlose erste Orientierung. Auch Hilfe bei Scheidung wird hier gewährt. Allerdings ersetzen diese Angebote nicht die hoch spezialisierte anwaltliche Scheidungsberatung, worauf die Beratungsstellen teilweise auch hinweisen.

Diesen Nutzen bietet die anwaltliche Scheidungsberatung

Professionelle Hilfe bei Trennung und Scheidung ist oft unerlässlich. So sind zunächst bei einer bevorstehenden Trennung unbedingt einige Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um spätere Auseinandersetzungen – gerade in finanzieller Hinsicht – zu vermeiden. Welche Sofortmaßnahmen durchführt werden sollten, können Sie der „Checkliste Scheidung: Sofortmaßnahmen bei Trennung“ entnehmen.

Daneben ist die Ausgangslage für Trennung und Scheidung abzuklären. Dazu gehören die Absichten des anderen Ehegatten, das Ausloten der Möglichkeit einer einvernehmlichen Scheidung und die Vermeidung eines hässlichen Rosenkrieges sowie die sich aus Trennung und Scheidung ergebenden rechtlichen Folgen. Hier hilft ein erfahrener Fachanwalt für Familienrecht frühzeitig, die richtigen Weichen zu stellen, um die eigenen Rechte zu sichern. Besonders wichtig ist die anwaltliche Scheidungsberatung vor der tatsächlichen Trennung, also dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung. Insbesondere ein vorschneller Auszug aus einer gemeinsamen Immobilie kann zu empfindlichen Rechtsverlusten führen.

Im Einzelnen kann eine anwaltliche Scheidungsberatung zu folgenden Punkten sinnvoll sein:

  • Trennungsunterhalt

Trennen die Ehegatten sich, steht dem schlechter verdienenden Ehepartner regelmäßig Trennungsunterhalt zu. Dessen Höhe ist unter Berücksichtigung der Steuerklassen zu berechnen. Umgekehrt kann der besser verdienende Ehegatte mit einer viel zu hohen Forderung auf Trennungsunterhalt überzogen werden. Hier zeigt der Rechtsanwalt auf, wie die übersetzte Forderung zurückgewiesen wird.

Eine Scheidungsberatung kann Aufschluss über den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt geben

Eine Scheidungsberatung kann Aufschluss über den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt geben

  • Geschiedenenunterhalt (nachehelicher Unterhalt)

Gerade beim Geschiedenenunterhalt ist häufig nur schwer eine Einigung zwischen den früheren Ehegatten möglich. Hinzu kommt der Grundsatz der Eigenverantwortung, wonach jeder Geschiedene nach Möglichkeit seinen Unterhalt selber zu bestreiten hat. Ob ein Anspruch auf nachehelicher Unterhalt besteht und inwieweit dieser etwa zu begrenzen oder zu befristen ist, klärt der beratende Rechtsanwalt.

  • Versorgungsausgleich

Durch den Versorgungsausgleich werden die Rentenanwartschaften der Ehepartner, die diese während der Ehe jeweils erworben haben, untereinander ausgeglichen. Dies betrifft überwiegend Ansprüche gegen die gesetzliche Rentenversicherung, aber auch betriebliche Altersrenten werden vom Ausgleich erfasst. Über die Einzelheiten zum Versorgungsausgleich berät der Rechtsanwalt.

  • Zugewinnausgleich

Beim gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft bleibt jeder Ehegatte Eigentümer des Vermögens, das er in die Ehe mit eingebracht hat und während der Ehe erwirbt. Das gilt vom Prinzip her auch für Erbschaften. Ausgeglichen wird allerdings die Wertsteigerung, die das Vermögen während der Ehe erfahren hat. Davon steht dem Ehepartner jeweils die Hälfte zu. Aufgrund unterschiedlicher Vermögenswerte kann die Berechnung des Zugewinns kompliziert sein. Durch die Scheidungsberatung kann der Rechtsanwalt helfen, in dem er für beide Ehegatten eine Vermögensbilanz erstellt und so den konkreten Zugewinn beziffert.

  • Kindesunterhalt

Kindern haben nach Trennung und Scheidung der Eltern weiterhin Anspruch auf Unterhalt. Hier erklärt der Rechtsanwalt demjenigen, bei dem die minderjährigen Kinder leben, wie er den Anspruch auf Kindesunterhalt in welcher Höhe erfolgreich durchsetzen kann. Sind auch aus anderen Beziehungen Kinder hervorgegangen, sind diese beim Kindesunterhalt ebenfalls zu berücksichtigen. Dagegen kann der zum Barunterhalt Verpflichtete einer überzogenen Forderung ausgesetzt sein. Auch hier hilft der Rechtsanwalt, die zu hohe Forderung auf das richtige Maß herunterzuschrauben.

Zum Wohle des Kindes rät eine Scheidungsberatung zu einer Paar- bzw. Elterntherapie

Zum Wohle des Kindes rät eine Scheidungsberatung zu einer Paar- bzw. Elterntherapie

  • Sorgerecht

Den früheren Ehegatten steht auch nach der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder zu. Entspricht dies nicht dem Kindeswohl, überträgt das Familiengericht das alleinige Sorgerecht einem Elternteil. Das Kindeswohl wird aber oft dadurch beeinträchtigt oder gefährdet, dass die Eltern sich permanent streiten und daher keine Gespräche über die Kinder möglich sind. Zur anwaltlichen Scheidungsberatung in solchen Fällen gehört auch, zum Wohle des Kindes Wege zur Konfliktvermeidung aufzuzeigen oder eine Paar- bzw. Elterntherapie anzuregen.

  • Umgangsrecht

Lebt das Kind bei einem Elternteil, ist der andere trotzdem zum Umgang berechtigt und verpflichtet. Gerade beim Umgang kommen aber zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten in Betracht, die bis zum sogenannten Wechselmodel (das Kind lebt abwechselnd etwa jeweils eine Woche bei der Mutter und beim Vater) reichen. Hier berät der Rechtsanwalt, welche Möglichkeiten bestehen und welche im Einzelfall praktikabel ist.

  • Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung

Je weniger beim Familiengericht anhängig gemacht wird, desto kostengünstiger ist die Scheidung. Ein probates Mittel, um trotzdem Rechtssicherheit zu haben, ist eine Trennungs- und/oder Scheidungsfolgenvereinbarung. Wie diese aussehen kann und welche Möglichkeiten es dazu gibt, erklärt der Rechtsanwalt gerne.

Am effektivsten ist die anwaltliche Erstberatung zur Trennung bzw. Scheidung für den rechtsuchenden Mandanten, wenn er sich seine Fragen zuvor notiert hat und die Antworten des Anwalts ebenfalls aufschreibt.

Wann die Scheidungsberatung dazu führt, dass die Ehegatten sich nicht trennen

Scheidung ja oder nein? Eine Scheidungsberatung kann die Trennung verhindern

Scheidung ja oder nein? Eine Scheidungsberatung kann die Trennung verhindern

In einzelnen Fällen kann die anwaltliche Beratung auch dazu führen, dass sich der trennungs- und scheidungswillige Ehegatte es sich noch einmal anders überlegt. Das ist etwa der Fall, wenn er überlegte „Scheidung ja oder nein“ und ihm durch die Beratung die Endgültigkeit der Trennung bzw. Scheidung nebst der damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen erst richtig bewusst wird.

Das kostet die Scheidungsberatung

Eine anwaltliche Erstberatung zur Frage „Trennung bzw. Scheidung – was tun?“ kostet mit Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer höchstens rund 250 Euro. Ausführliche und umfangreiche Unterhalts- oder Zugewinnberechnungen sind aber im Rahmen eines ersten Beratungsgespräches nicht möglich, so dass dafür weitere Beratungen erforderlich sind. Diese Kosten für weitere Beratungen zum selben Gegenstand belaufen sich mitsamt Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer auf maximal 350 Euro. Davon abweichende Pauschalen oder Honorarvereinbarungen sind zulässig. Zu den 350 Euro Beratungskosten kommen dann jedoch die Kosten für die Ersberatung (250 Euro) nicht noch einmal zusätzlich hinzu.

Besteht eine Rechtschutzversicherung, können die Kosten der Erstberatung davon abgedeckt sein, wenn keine weitere Tätigkeit des Rechtsanwaltes erfolgt. Besteht eine neuerdings mögliche Rechtschutzversicherung für eine Scheidung, werden die Beratungskosten in der Regel übernommen. Auch die etwaige Kostenübernahme durch die Rechtschutzversicherung überprüft der Anwalt gerne.

Die Kosten einer Scheidungsberatung können von einer Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden

Die Kosten einer Scheidungsberatung können von einer Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden

Kann der Rechtsuchende nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten für die Beratung durch einen Rechtsanwalt nicht aufbringen, steht ihm in der Regel nach dem Beratungshilfegesetz (BerHG) ein Anspruch auf Beratungshilfe zu. Das setzt aber weiter voraus, dass der Rechtsuchende auch keine andere zumutbare Möglichkeit hat, die erforderlichen finanziellen Mittel aufzubringen, und dass die Wahrnehmung seiner Rechte nicht mutwillig ist. Für den Antrag ist das Ausfüllen und Unterzeichnen eines Formulars erforderlich. Zudem ist der beratende Rechtsanwalt nach dem Vergütungsverzeichnis zum Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (VV RVG) berechtigt, eine Gebühr von 15,00 vom Rechtsuchenden zu verlangen, die er aber auch erlassen kann.

Comments

  1. Ich finde diesen Beitrag hilfreich. Eine Scheidung ist niemals eine gute Sache, aber manchmal ist sie erforderlich. Dazu sollte man Einzelheiten kennen und anhand des Gesetzes bestimmte Sachen klären, wenn sich die zwei Parteien nicht einigen können. Eines der meisten Fälle ist das Sorgerecht.

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