Verheiratet, aber getrennt lebend – welcher Unterhalt kann anfallen?

Sie sind getrennt lebend? Einen möglichen Unterhalt können Sie mit unserem Ehegattenunterhaltsrechner ermitteln (Angaben ohne Gewähr):

Schon bevor eine Ehe offiziell geschieden wird, können gegenseitige Zahlungsansprüche geltend gemacht werden. Schließlich soll auch schon vor der rechtswirksamen Scheidung die Versorgung beider Ehegatten sichergestellt sein. Außerdem bleiben sich diese trotz des Trennungswunsches erst einmal noch rechtlich verpflichtet. Sobald Eheleute getrennt lebend sind, ist Unterhalt möglich – jedoch nur unter bestimmten Umständen und mitunter nur bis zur Rechtskraft des Ehevertrages.

Das Wichtigste in Kürze: Getrennt lebend, aber Unterhalt beziehen

  • Bereits im Trennungsjahr kann eine Unterhaltszahlung fällig werden.
  • Diese wird an den unterhaltsberechtigten Ehepartner entrichtet und als Trennungsunterhalt bezeichnet.
  • Der Anspruch auf diese Zahlungen, sofern er besteht, endet spätestens mit der Rechtskraft der Scheidung.

Ehegattenunterhalt Trennungsunterhalt

Auch vor der offiziellen Scheidung kann Unterhalt geltend gemacht werden

Möglicher Anspruch auf Trennungsunterhalt

Unterhalt: Ehegatten, die getrennt lebend sind, haben mitunter Ansprüche

Unterhalt: Ehegatten, die getrennt lebend sind, haben mitunter Ansprüche

Befinden sich Ehegatten im Trennungsjahr und sind dementsprechend getrennt lebend, ist an Unterhalt lediglich der Trennungsunterhalt vorgesehen. Dabei geht es um etwaige Zahlungen, welche der besserverdienende Partner im Rahmen seiner Erwerbs- und Vermögensverhältnisse zu erbringen hat.

Trennungsunterhalt kann in der Regel im ersten Trennungsjahr eingefordert werden; er bildet zusammen mit dem nachehelichen Geschiedenenunterhalt den Ehegattenunterhalt.

Das Recht macht hinsichtlich des Geschlechtes keinen Unterschied. Dennoch ist die Partnerkonstellation häufig noch so, dass der Mann arbeiten geht und die Frau den Haushalt führt bzw. ein geringeres Einkommen hat. In solch einem Fall würde dann vom Mann an die Frau gezahlt werden, da diese ja bei einer Trennung finanziell schlechter dasteht. Geht solch ein Unterhalt an die getrennt lebende Ehefrau, ist dieser ggf. steuerlich absetzbar – selbiges gilt natürlich auch andersherum. Daneben ist es natürlich genauso gut möglich, dass ein Unterhalt an den Ehemann gezahlt werden muss.

Sind Partner getrennt lebend und es besteht ein Anspruch auf Trennungsunterhalt, dann kann auf diesen laut § 1614 BGB nicht verzichtet werden. Darüberhinaus wird es meist verwehrt, stattdessen einfach Sozialleistungen anzufordern. Abgesehen davon besteht für den Unterhaltsberechtigten zumindest im ersten Trennungsjahr keine grundsätzliche Verpflichtung, einer Arbeit nachzugehen.

Voraussetzungen und die Berechnung des Trennungsunterhaltes

Für einen Unterhalt bei getrennt lebenden Eheleuten sollten folgende Umstände gegeben sein:

Welchen Unterhalt ein getrennt lebender Ehegatte erhält, können Sie mit unserem Rechner ermitteln

Welchen Unterhalt ein getrennt lebender Ehegatte erhält, können Sie mit unserem Rechner ermitteln

  • die Ehe besteht noch
  • die Ehegatten sind zerstritten bzw. die Ehe zerrüttet
  • die Eheleute sind laut BGB getrennt lebend, Unterhalt kann jedoch nur von einem geltend gemacht werden – dies ist mitunter auch bei einem Trennungsjahr in gleicher Wohnung gegeben
  • die Einkommen sind unterschiedlich
  • der unterhaltspflichtige Partner ist leistungsfähig, zudem sollte der Selbstbehalt in der Regel nicht unterschritten werden
  • Ehepartner haben eine prägende Zeit zusammengelebt; bestand eine Ehe nur für kurze Zeit, kann nicht von einer solchen Prägung ausgegangen werden (was nicht automatisch bedeutet, dass dieser Anspruch in einer kurzen Ehe entfällt)

Ist die Scheidung offiziell erwirkt wurden und die Eheleute sind de facto nicht mehr getrennt lebend, wird bestehender Unterhalt nicht automatisch umgewandelt! Sowohl Trennungsunterhalt als auch Geschiedenenunterhalt werden meist gesondert ausgehandelt.

Die Höhe vom Unterhalt bei getrennt lebenden Ehegatten ermisst sich grundsätzlich an den Verhältnissen, die während der Ehe bestanden haben bzw. welche noch bestehen. Hierbei wird im ersten Schritt das bereinigte Nettoeinkommen beider Partner ermittelt. Anhand dieser Größe gelten in der Regel bestimmte Anteile:

  • wenn der Leistungsberechtigte nicht erwerbstätig ist: 3/7 des bereinigten Nettoeinkommens des Unterhaltspflichtigen
  • wenn der Leistungsberechtigte erwerbstätig ist: 3/7 der Differenz beider bereinigter Nettoeinkommen
  • für andere Einkünfte: hälftige Einteilung
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