Scheidungsurkunde – Bitte immer sorgfältig aufbewahren!

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Am Ende des Scheidungsverfahrens steht der Scheidungsbeschluss. Hierin bestimmt das zuständige Gericht, dass die Ehe geschieden wird. Zudem sind sämtliche im Scheidungsverfahren getroffenen Entscheidungen aufgeführt – etwa zum Unterhalt, Sorgerecht und zur Kostenaufteilung. Doch wie sieht so eine Scheidungsurkunde eigentlich aus?

Das Wichtigste in Kürze: Scheidungsurkunde

  • Hat das Gericht die Scheidung der Ehe beschlossen und nach Rechtskraft den sogenannten “Rechtskraftvermerk” auf dem Scheidungsbeschluss erteilt, halten die Eheleute mit diesem Dokument die Scheidungsurkunde in Händen.
  • Diese Ausfertigung sollten die Ehegatten stets sorgfältig aufbewahren, da es im Laufe des Lebens von Zeit zu Zeit noch Bedeutung erlangen könnte.
  • Das Dokument bestätigt die abgeschlossene Scheidung.

Scheidungsurkunde: “Woher bekomme ich die Ausfertigung?”

Wann wird aus dem Urteil eine Urkunde?

Abschluss der Scheidung: Die Urkunde sollten Sie stets sorgfältig aufbewahren!

Abschluss der Scheidung: Die Urkunde sollten Sie stets sorgfältig aufbewahren!

Nach der Verkündigung des abschließenden Urteils durch das Gericht ist dieses jedoch nicht automatisch auch rechtskräftig. Den Beteiligten stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung, um die Rechtskraft des getroffenen Beschlusses zu erreichen. Zum einen können beide Ehegatten noch im Scheidungstermin den Rechtsmittelverzicht erklären lassen. Hierzu bedarf es jedoch auf beiden Seiten eines Rechtsanwalts, da es sich um einen Antrag handelt, für den stets Anwaltszwang besteht.

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Zum anderen können die Ehegatten jedoch auch die einmonatige Frist ab Erhalt der schriftlichen Ausfertigung des Scheidungsbeschlusses auslaufen lassen. In dieser Zeit haben beide die Möglichkeit, das Scheidungsurteil auf Herz und Nieren zu prüfen – auch hinsichtlich der korrekten Schreibung von Ehenamen usf. – und ggf. Rechtsmittel einzulegen.

Legt während dieser Bedenkzeit keiner der Ehegatten Beschwerde oder andere Rechtsmittel gegen den Scheidungsbeschluss ein, so wird die gerichtliche Entscheidung mit Ablauf des Monats automatisch rechtskräftig.

Aber: Erst bei Erteilung des Rechtskraftvermerks auf der Ausfertigung handelt es sich bei dem Beschluss um die Scheidungsurkunde, die Sie als rechtswirksamen Nachweis über Ihre Scheidung erhalten.

Was ist der Rechtskraftvermerk?

Nachdem das Urteil über die Scheidung rechtskräftig ist, müssen die Ehegatten die Erteilung des Rechtskraftvermerks beantragen (lassen). Dafür müssen Sie die Ihnen zugestellte Ausfertigung wieder beim zuständigen Gericht einsenden.

Mit dem Rechtskraftvermerk wird die schriftliche Ausführung des Scheidungsbeschlusses zur Scheidungsurkunde.

Mit dem Rechtskraftvermerk wird die schriftliche Ausführung des Scheidungsbeschlusses zur Scheidungsurkunde.

Auf diesem Exemplar wird sodann die Rechtskraft des Beschlusses durch entsprechend befugtes Gerichtspersonal beurkundet.

Das hiernach zurückerhaltene Dokument ist dann die Scheidungsurkunde. Wenn Sie dieses Dokument benötigen, ist manchmal nur das erste Blatt von Interesse. Aber dennoch muss die Urkunde auf Verlangen in vollem Umfang vorgelegt werden – also inklusive aller Entscheidungen zu Folgesachen und Hauptsache.

Anerkennung einer ausländischen Scheidungsurkunde in Deutschland

Haben sich Personen im Ausland scheiden lassen und benötigen den entsprechenden Nachweis über die Scheidung zur Vorlage in der Bundesrepublik, gilt es vor allem zwei Dinge zu beachten:

  1. Ausländische Scheidungsurkunden müssen in aller Regel zusätzlich aus der jeweiligen Landessprache ins Deutsche übersetzt werden. Die Kosten für die Übersetzung muss der Antragsteller dabei selbst tragen.
  2. Die über die rechtskräftige Scheidung Auskunft gebende Urkunde muss mit einer sogenannten Apostille versehen werden.

Was ist eine Apostille?

Eine Apostille ist eine Form der Beglaubigung, die bei internationalen Beurkundungen zu erteilen ist. Es handelt sich dabei in aller Regel um einen zusätzlichen Stempel inklusive Siegel auf der Urkunde bzw. ein Zusatzblatt, das an die Übersetzung der Scheidungsurkunde angeheftet wird. Die Überschrift dieser Beglaubigung ist verpflichtend in französischer Sprache zu verfassen (“Apostille (Convention de La Haye du 5 octobre 1961)”).

Die Anerkennung der Scheidung in Deutschland gestaltet sich je nach Land, in dem die Eheleute geschieden wurden, unterschiedlich. Innerhalb der Europäischen Union werden die Scheidungsurteile in aller Regel ohne zusätzliches Verfahren vor Gericht anerkannt. Eine Ausnahme bildet hier Dänemark.

Kommt der Geschiedene aus einem anderen Staat, der kein entsprechendes bilaterales Abkommen mit der BRD geschlossen hat, so läuft die Anerkennung der Ehescheidung in Deutschland in aller Regel zusätzlich über das jeweils zuständige Gericht am Wohnort des Antragstellers.

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Wichtig: Eine internationale Scheidungsurkunde, die ohne Bedingung in allen Ländern gültig ist, existiert nicht!

Wann benötigen Sie die Scheidungsurkunde?

Die Scheidungsurkunde müssen Sie ggf. zahlreichen Ämtern, Behörden und anderen Institutionen vorlegen.

Die Scheidungsurkunde müssen Sie ggf. zahlreichen Ämtern, Behörden und anderen Institutionen vorlegen.

Ob nun bei einem Brand oder einfach nur im Chaos eines Umzugs: Geht der Scheidungsbeschluss verloren, ist das nicht nur ärgerlich. Viele Personen unterschätzen die Bedeutung des rechtsgüligen Dokuments. Dieses ist den Rest Ihres Lebens von Bedeutung – und auch darüber hinaus!

Wenn ein geschiedener Ehegatte verstirbt, benötigt zum Beispiel der Bestatter die Scheidungsurkunde. Dabei hat er kein Interesse an den im Scheidungsverfahren getroffenen Entscheidungen. Vielmehr kann er durch Vorlage der über die Scheidung erteilten Urkunde unzweifelhaft feststellen, dass der Verstorbene tatsächlich rechtskräftig geschieden ist. Damit muss der geschiedene Gatte des Verschiedenen für die Beerdigungskosten nicht mehr aufkommen.

Auch Arbeitsämter und Jobcenter können die Vorlage von Scheidungsurkunden verlangen. Diese werden etwa benötigt für die Berechnung von Unterhaltsansprüchen und der damit möglicherweise einhergehenden Verminderung der Leistungen nach ALGI, ALGII oder anderer Sozialleistungen. Hierbei ist also gegebenenfalls auch der Inhalt von dem Scheidungsurteil von Interesse, sofern eine Entscheidung hinsichtlich der Unterhaltsleistungen getroffen wurde.

In allen Lebensbereichen und auch in der Bürokratie gilt der Grundsatz: “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!” Jeder kann behaupten, geschieden zu sein, um Kosten zu sparen oder etwa mehr Geld vom zuständigen Jobcenter zu erhalten. Der Nachweis durch die Scheidungsurkunde soll vor allem abschließende Gewissheit bringen.

Auch bei folgenden Vorgängen kann die Vorlage von Scheidungsurkunden verlangt werden:

  • Namensänderung: Wollen Sie nach der Scheidung etwa wieder Ihren Geburtsnamen annehmen, bedarf es der Vorlage der Scheidungurkunde.
  • Neuverheiratung: Wollen Sie wieder heiraten, müssen Sie beim Standesamt, das für die neue Eheschließung zuständig ist, ebenfalls die rechtskräftige Scheidung nachweisen. Die Urkunde allein genügt in diesem Fall jedoch nicht!

Achtung bei Neuheirat: Zusätzlich Heiratsurkunde mit Scheidungsvermerk ausstellen lassen!

Wollen Sie später einmal wieder heiraten, genügt dem zuständigen Standesamt nur in den seltensten Fällen lediglich die Vorlage der gängigen Unterlagen (Geburtsturkunden usf.) zusammen mit der Scheidungsurkunde.

Die Standesämter verlangen zusätzlich eine neue Ausfertigung der Heiratsurkunde, auf der die Scheidung der vorangegangenen Ehe vermerkt ist. Diese zusätzliche Bescheinigung können Sie durch Vorlage der Scheidungsurkunde bei dem Standesamt, das die Ehe geschlossen hatte, beantragen.

Geht Ihre Ausfertigung einmal verloren, können Sie die Scheidungsurkunde auch neu beantragen. Wenden Sie sich hierzu an das damals zuständige Gericht! Wenn Sie eine neue Scheidungsurkunde anfordern wollen, brauchen Sie vor allem eines: Geduld. Die erneute Ausfertigung ist mit ziemlichem Aufwand verbunden. Auch aus diesem Grund sollten Scheidungsurkunden immer sehr sorgfältig aufbewahrt werden.
Scheidungsurkunde: Das Muster zeigt, wie das Dokument aussehen kann.

Scheidungsurkunde: Das Muster zeigt, wie das Dokument aussehen kann.

Wie sieht eine Scheidungsurkunde aus?

Vorab: Sie können eine Scheidungsurkunde nicht einfach online irgendwo ausdrucken und diese für Ihre Zwecke verwenden. In jedem Scheidungsverfahren wird eine individuelle Scheidungsurkunde ausgestellt.

Daher handelt es sich bei der folgenden Scheidungsurkunde um ein Muster, das lediglich zeigen soll, wie ein Scheidungsurteil aussehen kann und nicht um ein rechtsgültiges Dokument! Dabei können die einzelnen Ausfertigungen je nach Region und zuständigem Gericht voneinander abweichen.

➦ Scheidungsurkunde: Muster als PDF

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