Ehebruch: Hat dies Einfluss auf eine Scheidung?

Kommt es zur Auflösung einer Heirat, kann das viele Gründe haben. Besonders häufig – und besonders unschön – ist dabei die Scheidung bei Ehebruch. Per Definition heißt das: Mindestens einer hat betrogen. Viele fragen sich dann: Ist der Ehebruch gesetzlich verboten? Was ist Ehebruch eigentlich genau? Antworten finden Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze: Der Ehebruch

  • Ehebruch bedeutet, dass mindestens eine Person in der Partnerschaft fremd gegangen ist.
  • Dies ist für den Betrogenen oft ganz besonders schmerzhaft.
  • Entgegen aller Behauptungen ist ein Ehebruch nicht strafbar.

Ausführliche Informationen zum Ehebruch erhalten Sie im Folgenden.

Nähere Informationen zum Ehebruch:

Ehefrau betrogen Ehemann betrogen
Scheidung wegen einer Affäre

Die Definition von Ehebruch lässt Interpretationsräume zu

Was wird eigentlich unter Ehebruch verstanden?

Von Ehebruch wird gesprochen, wenn ein Partner in einer Ehe sexuell untreu war.

Ein Ehebruch hat nachhaltige Konsequenzen, vor allem für den Betrogenen

Ein Ehebruch hat nachhaltige Konsequenzen, vor allem für den Betrogenen

Soweit recht simpel, ist Ehebruch bei einer genaueren Betrachtung doch oft Auslegungssache. Dies beginnt schon mit der Einschätzung, welche sexuelle Handlung genau einen Ehebruch definiert. Je nach Kulturkreis gilt der Ehebruch der Frau bzw. von Frauen zudem schwerwiegender als der Ehebruch des Mannes. Anders werden je nach Mentalität Liebschaften auf beiden Seiten der Beziehung als normal und nicht als Zeichen einer dysfunktionalen Ehe angesehen.

Auch bei der Frage, ob Ehebruch gleich ein Scheidungsgrund ist, gehen die Meinungen auseinander. Das Wort selbst impliziert zwar, dass die Ehe danach gewissermaßen hin ist, doch nicht jedes Paar trennt sich automatisch nach einem Fremdgehen. Rechtfertigt ein einmaliger Seitensprung bereits einen Ehebruch, oder erst eine langfristige Affäre?

Einer der häufigsten Scheidungsgründe ist sicherlich Ehebruch – eine belegbare Statistik gibt es jedoch nicht. Oft ist der Ehebruch auch eine Folgeerscheinung, zudem wird ja nicht bei jeder Scheidung statistisch erhoben, warum diese nun aufgelöst wird.

Übrigens: Das Schuldprinzip, welches früher für Scheidungen galt, wurde vom Zerrüttungsprinzip abgelöst. Das Verschulden eines Ehepartners hatte davor noch maßgeblichen Einfluss auf Unterhaltszahlungen und ähnliches, demnach galten Personen häufig als „schuldig geschieden“ bei einem Ehebruch. Dies ist jedoch eine veraltete Bezeichnung und existiert in der heutigen Rechtsprechung nicht mehr.

Ist Ehebruch eigentlich strafbar in Deutschland?

Auch wenn sich hartnäckige Gerüchte halten bzw. der eine oder andere für eine strafrechtliche Verfolgung plädiert: In Deutschland ist Ehebruch per Gesetz nicht verboten.

Ein Ehebruch ist per Gesetz nicht verboten.

Ein Ehebruch ist per Gesetz nicht verboten.

Das leuchtet ein, denn wie sollte auch ein sexueller Fehltritt bewiesen werden? In der Regel liegen da eher selten stichfeste Belege vor. Mal abgesehen von der Tatsache, dass solch eine Verhandlung naturgemäß sehr unangenehm werden kann, liegt dem Ehebruch kein Gesetz zu Grunde. Dementsprechend ist in Deutschland auf einen Ehebruch keine rechtliche Strafe in dem Sinne ausgesetzt.


Was hingegen per Strafgesetzbuch verboten ist, sind offizielle Doppelpartnerschaften – dies meint jedoch die amtlich vollzogene Eheschließung und nicht eine bloße Untreue im Sinne von Ehebruch. Im § 172 StGB ist zu lesen:

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer verheiratet ist oder eine Lebenspartnerschaft führt und
1. mit einer dritten Person eine Ehe schließt oder
2. gemäß § 1 Absatz 1 des Lebenspartnerschaftsgesetzes gegenüber der für die Begründung der Lebenspartnerschaft zuständigen Stelle erklärt, mit einer dritten Person eine Lebenspartnerschaft führen zu wollen.

Weiter heißt es, dass auch unverheiratete Personen, welche eine bereits verheiratete Person ehelichen wollen, belangt werden. Manch einer stolpert jetzt über den Begriff „Lebenspartnerschaft“ – ist nicht jede Beziehung zum Partner eine Lebenspartnerschaft? Somit ist Ehebruch doch eine Straftat, oder?

Die Antwort ist: nein. Der Begrifft „Lebenspartnerschaft“ meint hier homosexuelle Beziehungen gemäß dem Lebenspartnerschaftsgesetz, welche standesamtlich geschlossen wurden.

Also verbietet der Paragraph 172 StGB nicht den Ehebruch an sich, sondern den Vollzug oder auch schon den Versuch einer eingetragenen, doppelten Ehe. Das hat zum einen mit moralischen Grundsätzen zu tun und der Tatsache, dass Ehe und Familie als zu wahrende Güter gelten. Zum anderen genießen Ehepartner ja auch steuerrechtliche Vorteile, welche durch eine Mehrfach-Vermählung ausgenutzt werden könnten. Wichtig für die Strafbarkeit ist eine amtliche Fixierung. Dennoch: Rechtlich kann ein Ehebruch dahingehend Konsequenzen haben, als das er einen Trennungsunterhaltsanspruch außer Kraft setzt.

Ehebruch und dann Scheidung: Wer zahlt Unterhalt?

Nicht selten führt ein Ehebruch zur Scheidung

Nicht selten führt ein Ehebruch zur Scheidung

Trennungsunterhalt kann bezogen werden, wenn:

  • die Ehe rechtlich legitim und länger als lediglich ein paar Wochen bestand
  • die Ehegatten fortan getrennte Haushalte führen
  • eine finanzielle Leistungsfähigkeit gegeben ist
  • mindestens einer der Ehegatten ein Kind oder Kinder hat

Verlangt nun ein Partner Trennungsunterhalt, dann müssen etwaige Ansprüche geklärt werden. Ein entsprechender Unterhalt kann dem Unterhaltsberechtigten jedoch auch verwehrt werden – nämlich dann, wenn „schwerwiegendes Fehlverhalten“ vorliegt. Dies kann unter Umständen ein Ehebruch sein. Dazu müsste jedoch nachgewiesen werden können, dass ein Fehlverhalten offensichtlich bei einer Person lag, dieses Fehlverhalten vorsätzlich und langfristig ausgeübt wurde und/ oder der Betreffende sich unverzüglich in eine neue Partnerschaft begeben hat. Ob ein Ehebruch den Unterhalt hinfällig macht, wird deshalb nicht selten vor Gericht entschieden.

Was als schwerwiegendes Fehlverhalten zählt, ist in der Regel Ermessenssache. Dementsprechend kann sich nicht darauf verlassen werden, dass der Unterhaltsanspruch bei einem Ehebruch automatisch entfällt. Im Gegenteil ist dies eher die Ausnahme.

Ehebruch hat also rechtliche Folgen in dem Sinne, dass die Forderung auf Unterhalt bei einem Ehebruch abgelehnt werden kann. Eine Person wird jedoch nicht wegen des Fehltrittes allein bestraft.

Verhalten bei einem Ehebruch: Was tun, wenn der Partner betrogen hat?

Einen Ehebruch vergeben - dies fällt vielen äußerst schwer

Einen Ehebruch vergeben – dies fällt vielen äußerst schwer

Hat der Partner einen Ehebruch begangen, ist dies eine sehr unschöne Sache. Von einem nahe stehenden Menschen derart betrogen zu werden, ist für viele ein schwerwiegender, zwischenmenschlicher Verrat. Solch eine Kränkung kann lange an Betroffenen nagen. Den Ehebruch zu vergeben, ist dann oft keine Option. Wurde das Vertrauen in die Treue derartig verletzt, sehen viele Betrogene keine Möglichkeit für eine Versöhnung. Oft genug finden sich Partner in der Situation wieder, selbst zu betrügen – ohne dies mit boshafter Absicht getan zu haben. Dem anderen dies zu gestehen und zu wissen, wie er oder sie darauf reagieren wird, ist oftmals genauso schlimm – gerade, wenn der Partner die Person vielleicht sogar persönlich kennt.

Fremdgehen ist häufig die Folgeerscheinung einer eh schon gescheiterten Beziehung. Nach langen Jahren der Ehe ist die Erotik oft verpufft; wenn dann noch Streitereien an der Tagesordnung sind, erscheinen Seitensprünge natürlich besonders reizvoll.

„Gelegenheit macht Diebe“ – Gelegenheit macht oft genug auch Ehebrecher. So ergeben sich viele Seitensprünge auch aus unvorhergesehenen Möglichkeiten und nicht unbedingt, weil sie gezielt anvisiert wurden. Letzteres kann natürlich auch der Fall sein – dass heutzutage eine ganze Reihe an Online-Diensten für Seitensprünge existiert, erleichtert solch ein Vorhaben natürlich.

Wie in vielen Gefühlsangelegenheiten gibt es auch beim Ehebruch keine allgemeingültige Formel, die eine Beziehung rettet oder eine Trennung überwinden lässt. Folgende Ratgeber können für die Scheidung nicht nur nach einem Ehebruch hilfreich sein:

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