Ist eine eingereichte Scheidung noch zu verhindern?

Ist die Scheidung eingereicht, nimmt das Verfahren seinen Lauf, an dessen Ende die endgültige Trennung und Eheaufhebung per Gerichtsbeschluss stehen soll. Doch innerhalb des familienrechtlich festgelegten Trennungsjahres kommt es von Zeit zu Zeit auch immer wieder vor, dass die Ehegatten sich in dieser Trennungsphase noch einmal besinnen und sich schließlich doch gegen eine Scheidung entscheiden. Doch können Sie den Scheidungsantrag zurücknehmen und den Scheidungstermin absagen? Und ist es möglich, die Zustimmung zur Scheidung zu verweigern? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Wie können Sie die Scheidung noch verhindern?

Der Verzicht auf die Scheidung

Lässt sich eine eingereichte Scheidung noch verhindern?

Lässt sich eine eingereichte Scheidung noch verhindern?

Generell gibt es unterschiedliche Varianten, warum Menschen eine im Gang befindliche Scheidung doch noch verhindern und einen eventuell bereits anberaumten Scheidungstermin absagen wollen. Nicht immer ist es dabei jedoch die Versöhnung der beteiligten Ehegatten in der Trennungsphase. Doch welche Faktoren führen dazu, dass einige Ehepaare den Scheidungsweg nicht bis ans Ende gehen wollen?

Versöhnung der Ehegatten im Trennungsjahr

Das Trennungsjahr ist im Scheidungsverfahren deshalb von großer Bedeutung, als die Ehegatten sich in diesem Zeitraum eindeutig darüber bewusst werden sollen, ob Sie die Scheidung tatsächlich anstreben und die Ehe als gescheitert anerkennen. Nicht selten kommt es in diesem Zeitraum dazu, dass die Ehegatten sich neu kennenlernen oder Gefühle neu erwachsen. Hier kann gegebenenfalls auch eine paartherapeutische Behandlung die Ehegatten wieder zueinanderführen.

Im günstigsten Fall wird eine Scheidung so verhindert und das Eheleben bekommt eine zweite Chance.

Haben Sie die Scheidung bereits eingereicht und einen Termin zur Anhörung vor Gericht erhalten? Sie können den Scheidungtermin noch absagen oder aber den Verzicht auf die Scheidung vor dem Gericht selbst erklären.

Scheidung verhindern aus finanziellen Gründen

Besonders bei gescheiterten Beziehungen, die einvernehmlich von beiden Parteien als solche erkannt werden, kann es von Zeit zu Zeit geschehen, dass gerade die finanziellen Belastungen des gerichtlichen Verfahrens eine Scheidung behindern. Nicht alle Ehegatten gehen im Streit auseinander und sind sich auch nach der Trennung durchaus noch freundschaftlich verbunden.

Besteht ein Einverständnis dahingehend, dass die finanzielle Last der Ehescheidung vermieden – und ggf. auch weiterhin der steuerliche Vorteil aus der bestehenden Ehe genutzt – werden soll, kann die Scheidung der Ehe ausbleiben. Auch das Wohl für die Kinder kann Ehepaare trotz Trennung dazu bewegen, eine Scheidung zu verhindern.

Verweigern der Ehescheidung

Manchmal ist dieser Punkt jedoch nicht Konsens zwischen den Ehegatten und nur einer hat den Wunsch, sich unter keinen Umständen scheiden zu lassen. In diesem Fall kann er die Scheidung auch verhindern, indem er die Scheidung ablehnt und dem Antrag seines Partners nicht zustimmt.

Generell besteht die Möglichkeit hierzu, aber: Spätestens drei Jahre nach Einreichung der Scheidung kann das Gericht die Scheidung zwangsweise vollziehen. Eine Zustimmung durch den Antragsgegner ist dann nicht mehr zwingend notwendig.
Scheidung verhindern: Besonders auch finanzielle Aspekte können Ehegatten von der Scheidung abbringen.

Scheidung verhindern: Besonders auch finanzielle Aspekte können Ehegatten von der Scheidung abbringen.

So vielfältig wie das Leben sind am Ende vermutlich auch die Gründe dafür, eine Scheidung verhindern zu wollen. Generell besteht jedoch immer auch nach Einreichung die Möglichkeit, den Scheidungsantrag wieder zurückzuziehen, sollten sich die Gründe für die Trennung in Luft auflösen.

Doch was ist, wenn die Scheidung erst einmal rechtskräftig ist? Kann man die Scheidung nachträglich aufheben lassen?

Die Scheidung im Nachgang aufheben – Ist das möglich?

Klare Antwort: Nein. Ist der Scheidungsbeschluss ergangen und mit einem entsprechenden Rechtskraftvermerk versehen, so ist es nicht mehr möglich, die Scheidung noch zu verhindern oder nachträglich zu annullieren.

Entschließen sich die Eheleute nach der rechtskräftigen Scheidung dazu, doch wieder gemeinsame Wege zu gehen, so bleibt letztlich nur noch der erneute Weg zum Traualtar, sollte der Ehewunsch fortbestehen.

Comments

  1. Guten Morgen, ich habe die Scheidung eingereicht und wir wollten es Im Einvernehmen regeln. Ich habe einen Anwalt. Mein Mann nicht, w er wollte keinen, hat alles mir überlassen.
    Es gibt auch eine Regelung, die notariell festgelegt wurde.
    Wir haben auch schon einen Termin vor Gericht im nächsten Monat. Mein Nochmann stimmte der Scheidung schriftlich zu.
    Jetzt will er das nicht mehr. Wir sind schon fast 2 Jahre getrennt, die Scheidung wäre nur noch Formsache. Mein Nochmann will nicht zum Termin und alles rückgängig machen.
    Ich meine, er kann es nicht rückgängig machen, da er Antragsgegner ist und ich den Antrag stellte, er stimmt dem auch zu.
    Wie lange kann er denn die Scheidung rauszögern? Auf was muss ich aufpassen?

    • Scheidung.org says:

      Hallo Marie,

      stimmt der Antragsgegner der Scheidung nicht zu, kann in aller Regel frühestens nach drei Jahren Trennungsdauer auch gegen dessen Willen der Scheidungsbeschluss angestrebt werden. Nach diesem Zeitraum gehen die Gerichte in aller Regel davon aus, dass die Ehe abschließend gescheitert ist. Wenden Sie sich an Ihren Anwalt, um die Situation genauestens zu prüfen.

      Ihr Scheidung.org-Team

      • Hallo, er hatte ja zuerst der Scheidung schriftlich zugestimmt, nur als es zum Termin kommen sollte, will er nun nicht mehr.( Grund ist , dass seine neue Beziehung scheiterte) Er will den Gerichtstermin entweder fern bleiben oder dort widersprechen. Alles was in der notariellen Vereinbarung vom letzten Jahr festgelegt wurde, will er boykottieren. Meine Anwältin hat nur ein Schulterzucken übrig, sie sagt, dann müsse man abwarten, wie das Gericht entscheidet. Und die entscheiden Ihrer Meinung immer pro Ehe.

        Heißt dass jetzt; 3 Jahre warten nach Scheidungsantrag, oder 3 Jahre nach Trennungstermin?

        • Scheidung.org says:

          Hallo Marie,

          in solchen Fällen ist eine Scheidung drei Jahre nach der Trennung möglich.

          Ihr Scheidung.org-Team

        • Hallo Marie !
          In meinem Fall war ich es, die die Scheidung unbedingt verhindern wollte. Ich habe dem Scheidungsantrag meines Mannes nicht zugestimmt …. letztendlich hat der Richter aber nach langen Hin und Her die Scheidung zum Ende des Trennungsjahr für „scheidungsreif“ erklärt, weil mein Mann und sein Anwalt unter größten lügenhaften Aufwand so viele Argumente aufgetischt haben, dass da nicht gegen anzukommen war ( ganz plötzlich hatte er eine neue „Lebenspartnerin, die er unbedingt sofort heiraten wollte, plötzlich fand er mich so widerlich, dass er mit mir kein Wort mehr wechseln wollte, plötzlich hatten alle Ausflüge und Geschlechtsverkehr der vergangenen Monate nie stattgefunden ( letzteres lässt sich meist nun mal schwer nachweisen) , plötzlich war ich eine Stalkerin und massiv persönlichkeitsgestört). Da hast Du also ein paar Anregungen, wie man dem Richter nahelegt, dass die Ehe endgültig zerrüttet und gescheitert ist. Und wenn die Gegenseite etwas anderes behauptet: immer schön abstreiten ! Viel Glück ! Sally

  2. Hallo ich bin ein Richy und will die Scheidung meiner Eltern verhindern.
    Ich bitte um Hilfe, Tipps und Tricks. Meine Eltern streiten sich oft in letzter Zeit.
    Ich will unbedingt dass sie zusammen bleiben ich hoffe Ihr könnt mich nachvollziehen.
    Ich bitte um Unterstützung.
    Danke für die Hilfe.

    • scheidung.org says:

      Hallo Richy,

      reden Sie am besten mit Ihren Eltern über das Thema und dass Sie darunter leiden. Eventuell lassen sich beide dazu bewegen, Ihrem Wohl zuliebe, nicht die Scheidung einzureichen. Eine Paarberatung könnte ihnen vielleicht helfen. Sollten Ihre Eltern dennoch die Scheidung einreichen wollen, weil es unüberbrückbare Differenzen in der Ehe gibt, müssen Sie die Scheidung wohl oder übel akzeptieren.

      Ihr Scheidung.org-Team

  3. Ursula A. says:

    Hallo wegen dem Rechtsmittelverzicht habe ich eine Frage: letzte Woche haben wir den Termin für die Scheidung.Wir haben Rechtsmittelverzicht eingelegt und es waren 2 Anwälte anwesend. Wann gilt nun die Rechtskraft? Scheidungsterminende oder Zustellung des Beschlusses? Das kann nämlich noch Wochen dauern.

    • scheidung.org says:

      Hallo Ursula,

      die Scheidung ist mit dem Beschluss der Hauptverhandlung rechtskräftig, insofern beiderseitig Rechtsmittelverzicht erklärt wurde.

      Ihr Scheidung.org-Team

  4. Ich habe mich von meine Frau getrennt und die Scheidung eingereicht .Aber jetzt ist mir bewusst das war die falsche entscheidung .wir waren Grade 6 Monaten ferheiratetr. Das wollte ich nicht und ich bitte um paar Antworten auf meine Frage. Was soll ich jetzt machen

    • scheidung.org says:

      Hallo Peter,

      Sie haben vor der Scheidung jederzeit die Möglichkeit, den Scheidungsantrag zurückzuziehen. Sprechen Sie am besten mit Ihrer Frau darüber und suchen Sie gemeinsam nach einer geeigneten Lösung.

      Ihr Scheidung.org-Team

  5. Renate says:

    Hallo und guten Tag,

    ich (69Jahre) bin mit meiner Frau 48 Jahre verheiratet, sie hat mich vor 3 Jahren verlassen, wie lebten die meiste Zeit (1970 – 2009) in Deutschland (beide Österreicher) danach wieder in Österreich. Nun bin ich wieder nach Deutschland zurück, da ich ja fast mein ganzes Leben da verbracht habe.Ich habe hier die Scheidung eingereicht, meine Nochehefrau hat sich einen Anwalt in Deutschland genommen und besteht auf eine Scheidung in Österreich, muss ich da zustimmen, Scheidungstermin in Deutschland steht schon fest.

    • Scheidung.org says:

      Hallo Renate,

      sofern Ihre Ehefrau einen eigenen Antrag einbringt, kann es zunächst zur Auseinandersetzung dahingehend kommen, welches Recht Anwendung finden soll. Grundsätzlich besteht innerhalb der EU Wahlrecht bezüglich des bei Scheidung anzuwendenden Landesrechts. Wenden Sie sich an Ihren Anwalt.

      Ihr Scheidung.org-Team

  6. Guten Tag ,
    ich lebe seit 2012 von meinem Mann getrennt, nun habe ich vom Familiengericht einen Bescheid zugesendet bekommen, aus dem hervorgeht, dass er die Scheidung beantragt hat.
    Muss ich mir nun ebenfalls einen Anwalt nehmen, oder kann ich der Scheidung ohne Anwalt zustimmen?.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Scheidung.org says:

      Hallo Elke,

      dem Anwaltszwang vor dem Familiengericht unterliegen nur Antragsteller. Wollen Sie jedoch selbst einen Antrag einbringen, weil Sie mit den Regelungen nicht einverstanden sind, benötigen auch Sie als Antragsgegnerin einen Anwalt. Grundsätzlich ist stets anzuraten, sich anwaltlich zumindest zu den umfangreichen Scheidungsfolgen und den Konsequenzen der Scheidung beraten zu lassen (eine gerichtliche Vertretung muss dieser Beratung nicht folgen).

      Ihr Scheidung.org-Team

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