Namensänderung bei einem Kind: Wann ist der Nachnamenwechsel möglich?

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Lassen sich Ehegatten scheiden, so wollen viele nach dem rechtskräftigen Beschluss auch nach Außen ein deutliches Zeichen setzen, welches das Ende einer Ära unterstreicht. Neue Frisur? Nein, vor allem die Namensänderung bei Kind und Ehegatte spielt nach der Scheidung eine wichtige Rolle, wenn der gemeinsame Ehename abgelegt werden soll. Ehegatten können dabei nach der Eheauflösung vergleichsweise unkompliziert ihren Geburtsnamen wieder annehmen. Doch was gilt eigentlich für die Kinder? Wann ist die Namensänderung bei Kindern möglich?

Kurz und Knapp: Namensänderung beim Kind

  • Nach der Scheidung kann es passieren, dass das Kind einen anderen Nachnamen tragen soll.
  • Sind die Eltern bei der Geburt verheiratet, ist eine Änderung nur schwer möglich.
  • Eine Namensänderung kann nur selten gegen den Willen eines Elternteils erfolgen.

Ausführliche Informationen zum Namenswechsel des Kindes Sie im folgenden Ratgeber.

“Wann kann ich den Nachnamen meines Kindes ändern lassen?”

In diesen Fällen lässt sich der Nachname von Ihrem Kind ändern

Nachnamen ändern beim Kind nach Trennung & Scheidung: Ist das möglich?

Nachnamen ändern beim Kind nach Trennung & Scheidung: Ist das möglich?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Namensänderung bei einem Kind sich generell schwieriger gestaltet als bei Ehegatten.

Diese können nach der Scheidung vergleichsweise unkompliziert etwa ihren ursprünglichen Geburtsnamen wieder annehmen.

Bei einem Kind ist die Namensänderung hingegen nur in wenigen Ausnahmefällen möglich:

Die Eltern des Kindes heiraten nach dessen Geburt

Hat das Kind zu diesem Zeitpunkt das fünfte Lebensjahr noch nicht abgeschlossen, erhält es automatisch den gemeinsamen Ehenamen als neuen Geburtsnamen. Wenn das Kind bereits fünf Jahre oder älter ist, bedarf es einer Anschlusserklärung aller Beteiligten, um die Namensänderung beim Kind durchzuführen.

Bestimmen die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen, bleibt der zuvor gewählte Geburtsname des Kindes bestehen.

Die Mutter heiratet einen anderen Mann – nicht den leiblichen Kindesvater

Die Einbenennung vom Kind kann erfolgen, wenn Ehemann und Mutter in einem Haushalt mit dem minderjährigen und unverheirateten Kind leben und eine entsprechende Erklärung abgeben. Teilt sich die Mutter das Sorgerecht mit dem Kindesvater, so bedarf es in aller Regel dessen Zustimmung zur Namensänderung vom gemeinsamen Kind nach der Hochzeit.

Im Einzelfall kann die Namensänderung beim Kind auch ohne die Zustimmung vom sorgeberechtigten Vater erfolgen, da diese auch durch eine Entscheidung des Familiengerichts ersetzt werden kann. Die Einbenennung darf dem Kindeswohl jedoch nicht entgegenstehen.

Diese Namensänderung beim Kind ist, wenn alleiniges Sorgerecht auf Seiten der Mutter besteht, hingegen auch ohne die Zustimmung des leiblichen Vaters möglich. Ggf. bedarf es aber der Einwilligung des Kindes selbst, wenn dieses bereits alt genug ist.

Die unverheirateten Eltern erklären erst nach der Geburt die gemeinsame Sorge

Namensänderungerung: Eheliches und uneheliches Kind sind im Familienrecht auch hier gleichgestellt.

Namensänderungerung: Eheliches und uneheliches Kind sind im Familienrecht auch hier gleichgestellt.

Sind die Eltern verheiratet, so geht die elterliche Sorge bei Geburt des Kindes automatisch auf beide über. Bei unverheirateten Eltern verhält es sich anders: Hier erhält die Mutter regelmäßig die alleinige Sorge, wenn die Eltern über eine Erklärung nicht bestimmen, dass sie sich das Sorgerecht teilen wollen.

Ist die Mutter allein sorgeberechtigt, erhält das Kind bei der Geburt automatisch deren Nachnamen als Geburtsnamen. Bei geteilter Sorge können die Eltern sich auf einen der beiden Nachnamen einigen.

Die Erklärung über die geteilte Sorge kann dabei grundsätzlich auch nach der Geburt des Kindes gegenüber dem Jugendamt abgegeben werden. Die Eltern sind dann berechtigt, die Namensänderung beim Kind zu beantragen, wenn dieses den Nachnamen des Vaters als Geburtsnamen erhalten soll.

Aber: Die Namensänderung vom Kind ist in diesem Fall nur innerhalb von drei Monaten nach Erklärung der gemeinsamen Sorge möglich!

Die allein sorgeberechtigte Mutter gibt dem Kind nachträglich den Namen des leiblichen Vaters

In diesem Fall ist die Namensänderung der Kinder nur unter der Voraussetzung der Zustimmung des leiblichen Vaters möglich. Dies muss vor einem Standesbeamten oder gegebenenfalls auch einem Notar abgegeben werden.

In all diesen Fällen wird nach der Namensänderung vom Kind der neue Nachname zu dem neuen Geburtsnamen. Der ursprüngliche Geburtsname wird getilgt. Da der Geburtsname sich nur durch Heirat oder Adoption abändern lässt, handelt es sich mithin bei der Namensänderung des Kindes grundsätzlich um einen unwiderruflichen Vorgang, d. h. weder die Eltern noch die Kinder können die Namensänderung später wieder rückgängig machen!

Namensänderung beim Kind nach Trennung & Scheidung grundsätzlich nicht möglich!

Keine Namensänderung möglich: Der Nachname von einem Kind ist in der Regel unwiderruflich festgelegt.

Keine Namensänderung möglich: Der Nachname von einem Kind ist in der Regel unwiderruflich festgelegt.

Aus dem Vorgenannten ergibt sich ein wesentlicher Punkt: Zwar können Ehegatten nach der Scheidung Ihren Geburtsnamen oder einen vormals getragenen Nachnamen wieder annehmen.

Die Namensänderung beim Kind ist in diesem Fall jedoch grundsätzlich nicht möglich, da der Geburtsname unwiderruflich feststeht. Alle vorangegangenen Geburtsnamen werden getilgt und können auch im Nachgang nicht mehr angenommen werden.

Nur in sehr wenigen Ausnahmefällen lässt sich der Nachname abweichend ändern. Das betroffene Kind muss hierbei etwa in seinem Kindeswohl aufgrund des Nachnamens stark gefährdet oder eingeschränkt sein. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Geburtsname anstößig ist, Kindesmissbrauch vorlag oder der Name anderweitig mit einem Trauma oder der kriminellen Vergangenheit des betroffenen Elternteils verbunden wird. Es handelt sich dabei stets um Einzelfallentscheidungen, nicht um pauschal gültige Gründe.

Das Namensänderungsgesetz bestimmt beim Kind, dass der Wechsel des Familien- oder Vornamens nur bei Vorliegen triftiger Gründe zulässig ist. (§ 3 NamÄndG). Die zuständige Behörde wird bei Vorbringung entsprechender Angaben von Amts wegen prüfen, inwieweit diese die Namensänderung begründen können. Dabei können sie sich auch an die Polizeibehörde oder andere Zeugen wenden, die die angegebenen Gründe bestätigen können.

Wollen Sie den Geburtsnamen Ihrer Kinder unter den oben genannten Voraussetzungen ändern, so können Sie beim zuständigen Standesamt einen Antrag auf Namensänderung von einem Kind stellen. Die Kosten belaufen sich in hierbei auf zirka 30 bis 100 Euro. Weitere Kosten können darüber hinaus aber für die Abänderung der zahlreichen Bescheinigungen und Daten bei unterschiedlichen Institutionen wie Krankenkassen entstehen.

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