Erlischt die Krankenversicherung nach Scheidung?

Neben zahlreichen Auseinandersetzungen zum Vermögen bringt eine Scheidung auch zahlreiche Folgesachen mit sich, die sich auf die Gesundheits- und Altersvorsorge beziehen. In einer Ehe können Ehegatten und Kinder etwa von einer Familienversicherung profitieren. Partner, die nicht selbst sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, können beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse ihres Ehegatten eintreten. Doch was geschieht mit der Krankenversicherung nach der Scheidung? Besonders ohne eigenes Einkommen haben viele Furcht vor fehlenden Versicherungsleistungen.

Einfluss der Scheidung auf die Krankenversicherung von Ehefrau & Kindern

Erlischt die Krankenversicherung bei rechtskräftiger Scheidung?

Krankenversicherung: Bei Scheidung bleibt eine Familienversicherung nicht für alle bestehen.

Krankenversicherung: Bei Scheidung bleibt eine Familienversicherung nicht für alle bestehen.

Ehegatten können grundsätzlich nur dann von der Familienversicherung profitieren, wenn diese selbst keiner Beschäftigung nachgehen, die sozialversicherungspflichtig ist und der Ehegatte in einer gesetzlichen Krankenversicherung ist. In diesem Fall kann die beitragsfreie Mitversicherung aufgrund des Ehestandes beantragt werden.

Da die Voraussetzung an den Bestand der Ehe geknüpft ist, erlischt eine solche Familienversicherung für den Ehegatten immer dann, sobald die Ehe rechtskräftig geschieden wurde – nicht schon bei Trennung. Mit der Aufhebung der Stellung als Ehegatte erlischt mithin auch die Mitversicherung.

Hiernach tritt seit Januar 2013 dann automatisch eine freiwillige Weiterversicherung ein, die eine Austrittsoption bereitstellt. Will der nicht mehr Familienversicherte einen anderen Versicherer suchen, kann er die freiwillige Weiterversicherung einfach auflösen.

Für gemeinsame Kinder, die ebenfalls in der Familienversicherung gemeldet sind, gilt dies hingegen nicht. Diese bleiben grundsätzlich auch weiterhin bei dem Elternteil familienversichert. Die Krankenversicherung der Scheidungskinder erlischt also nicht durch die Eheaufhebung.

Der mitversicherte Ehegatte muss sich nach Rechtskraft der Scheidung bei einer Krankenversicherung neu melden. Er kann dabei jedoch auch in derselben Krankenversicherung bleiben, wie bisher – nur alleinversichert. Die Versicherer sind dazu verpflichtet, den Betroffenen aufzunehmen, sofern dieser innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Rechtskraft einen entsprechenden Antrag stellt.

Neue Krankenversicherung nach Scheidung – Wer zahlt?

Krankenversicherung bei Scheidung: Eine erwerbslose Hausfrau muss einen eigenen Versicherungsschutz gewährleisten.

Krankenversicherung bei Scheidung: Eine erwerbslose Hausfrau muss einen eigenen Versicherungsschutz gewährleisten.

Für die Neuanmeldung bei einer Krankenversicherung entstehen nach der Scheidung zusätzliche Kosten für den vormals Familienversicherten, da er sich nunmehr selbst versichern muss. Die Kosten für eine freiwillige Versicherung können mitunter hoch sein. Doch wie soll ein nicht Erwerbstätiger diese Mehrkosten tragen?

Grundsätzlich fallen auch die Krankenkassenkosten unter die Unterhaltspflicht. Ist der ehemalige Ehegatte zum Unterhalt verpflichtet und leistungsfähig, so muss dieser in der Regel auch die Krankenversicherung nach der Scheidung zahlen (Krankenvorsorgeunterhalt).

Für Personen, die selbst sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, ändert sich bei der Krankenversicherung bei Trennung und Scheidung nichts. Sie führen weiterhin selbst Krankenversicherungsbeiträge an den eigenen Versicherer ab. Personen ohne Einkommen können ggf. auch eine geringfügige Beschäftigung oberhalb von 450 Euro aufnehmen, um so sozial- und krankenversichert zu sein.

Private Krankenversicherung nach Scheidung – Brauchen Ehefrau/-mann und Kinder neue Versicherer?

Die Krankenversicherung der Kinder bleibt bei Scheidung unberührt von den Regelungen.

Die Krankenversicherung der Kinder bleibt bei Scheidung unberührt von den Regelungen.

Auch eine private Krankenversicherung kann bei Scheidung zu höheren Kosten und Veränderungen führen. Dies geschieht immer dann, wenn einer der Ehegatten als Beamter privatversichert war und der andere über diesen einen Beihilfeanspruch bezüglich der Gesundheitsausgaben hatte.

Bei Scheidung erlischt dieser Zugriff auf den Beihilfeanspruch, sodass der nicht beschäftigte Versicherungspflichtige sich voll versichern muss. Ein zusätzliches Problem dabei: Der Wechsel aus der privaten in eine gesetzliche Krankenkasse ist dann nur möglich, wenn der nicht berufstätige Partner eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnimmt.

Ein weiteres Manko: Ist der Mitversicherte Partner zum Zeitpunkt der Scheidung bereits 55 Jahre oder älter, kann er unter keinen Umständen mehr aus der privaten Krankenversicherung wechseln. Auch nach der Scheidung muss er bei dem Anbieter bleiben. Die Aufnahme in eine gesetzlichen Krankenversicherung ist ab diesem Zeitpunkt nur noch in wenigen Ausnahmefällen möglich.

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