Nachehelicher Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen gemäß § 1572 BGB

Auch nach rechtskräftiger Scheidung kann ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt bestehen bleiben. Begründet werden kann dieser bei Vorliegen eines des im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) bestimmten Unterhaltstatbestandes. Einer hiervon liegt etwa vor, wenn der ein Ehegatte aufgrund von Krankheit oder Gebrechen nicht erwerbsfähig ist. Dass in derlei Fällen ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt besteht, bestimmt § 1572 BGB.

Das Wichtigste in Kürze: Nachehelicher Unterhalt bei Krankheit

  • Nachehelicher Unterhalt kann wegen Krankheit und anderer Gebrechen in Anspruch genommen werden, wenn durch die Einschränkungen eine Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich ist und auch nicht mehr verlangt werden kann.
  • Gemäß § 1572 BGB kann der Unterhalt auch weit nach der eigentlichen Scheidung wegen Krankheit eingefordert werden, etwa wenn die Voraussetzungen für den Anspruch auf Erwerbslosenunterhalt durch den gesundheitlichen Zustand nicht mehr gegeben ist.
  • Der Ausschluss von nachehelichem Unterhalt bezieht sich in aller Regel nicht auf einen etwaigen Anspruch nach § 1572 BGB.

Wann kann nachehelicher Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen verlangt werden?

Unterhalt wegen Krankheit gemäß § 1572 BGB auch weit nach der Scheidung möglich!

Nachehelicher Unterhalt kann wegen Krankheit und anderer Gebrechen auch weit nach der Scheidung geltend gemacht werden.

Nachehelicher Unterhalt kann wegen Krankheit und anderer Gebrechen auch weit nach der Scheidung geltend gemacht werden.

In der Regel ergibt sich ein nachehelicher Unterhaltsanspruch vonseiten eines Ehegatten immer dann, wenn die Grundlage des Bedarfs bereits während der Ehe bzw. zum Zeitpunkt der Scheidung bestand. Eine Ausnahme jedoch gilt für den Unterhalt wegen Krankheit.

Gemäß § 1572 BGB kann ein Unterhaltsverlangen dann geäußert werden, wenn die Erwerbsfähigkeit durch Krankheit aufgehoben ist, wenn

  1. dies schon zum Zeitpunkt der Scheidung so war,
  2. der Anspruch sich nach der Pflege oder Erziehung des gemeinsamen Kindes ergibt,
  3. Krankheit oder Gebrechen nach Abschluss einer Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung auftreten oder
  4. die Voraussetzungen für den Anspruch auf Erwerbslosenunterhalt oder Aufstockungsunterhalt dadurch aufgelöst sind.

Damit kann nachehelicher Unterhalt wegen Krankheit auch weit nach der rechtskräftigen Scheidung verlangt werden, wenn erst nachträglich entsprechend gravierende Gebrechen auftreten.

Im Übrigen: In einem Ehevertrag oder einer Scheidungsfolgenvereinbarung kann nachehelicher Unterhalt im Einzelfall auch ausgeschlossen werden. Eine Ausnahme gilt dabei regelmäßig für den Ausschluss des Unterhaltsanspruches nach § 1572 BGB. Ein solcher könnte im Zweifel sogar eine etwaige Ausschlussklausel unwirksam machen.

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