Erhalten Sie den Unterhaltsvorschuss zusätzlich zum Kindergeld?

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Der Unterhaltsvorschuss soll den Mindestunterhaltsbedarf eines minderjährigen Kindes decken, wenn ein Unterhaltspflichtiger nicht in der Lage ist, seiner Obliegenheit (vollumfänglich) nachzukommen oder dies nachdrücklich verweigert. Doch was geschieht eigentlich mit dem Kindergeld? Wird dieses von dem Unterhaltsvorschuss gleich der gängigen Unterhaltsberechnung in Abzug gebracht?

Das Wichtigste in Kürze: Unterhaltsvorschuss bei Kindergeld-Bezug

  • Das Kindergeld wird bei der Ermittlung der Unterhaltsvorschusssätze bereits berücksichtigt. Die Regelsätze ergeben sich aus dem Mindestunterhalt abzüglich des vollen Kindergeldes für ein erstes Kind.
  • Von dem Ihnen bewilligten Unterhaltsvorschuss wird das Kindergeld folglich nicht erneut in Abzug gebracht. Sie erhalten die Vorschussleistung zusätzlich.
  • Unterhaltsvorschuss können Sie für Ihr Kind immer dann beantragen, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht (vollumfänglich) in der Lage oder willens ist, seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen.

Kindergeld und Unterhaltsvorschuss werden parallel gezahlt

Wie ergibt sich die Höhe des Unterhaltsvorschusses?

Wird das Kindergeld auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet?

Wird das Kindergeld auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet?

Der Unterhaltsvorschuss wird vom Kindergeld beeinflusst: Die Regelsätze ergeben sich nämlich aus dem gesetzlich bestimmten Mindestunterhalt.

Von diesem wird dann das Kindergeld für ein erstes Kind zu 100 Prozent abgezogen, wenn der antragstellende Elternteil den vollen Kindergeldsatz bezieht.

Die sich daraus ergebenden Unterhaltsvorschüsse belaufen sich seit dem 01.01.2018 auf:

  1. für Kinder bis (einschließlich) fünf Jahre: bis 154 Euro/Monat
  2. für Kinder bis (einschließlich) elf Jahre: bis 205 Euro/Monat
  3. für Kinder bis (einschließlich) siebzehn Jahre: bis 273 Euro/Monat

Von dem bewilligten Unterhaltsvorschuss wird das Kindergeld aus diesem Grund nicht erneut in Abzug gebracht. Die Höhe des Zuschusses richtet sich vielmehr danach, ob der Unterhaltsschuldner zumindest einen Teil des Unterhaltsbedarfs, der sich aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt, selbst decken kann.

Kindergeld zusätzlich zum Unterhaltsvorschuss beziehen

Vom Unterhaltsvorschuss wird das Kindergeld nicht erneut in Abzug gebracht - erhaltener Kindesunterhalt hingegen schon.

Vom Unterhaltsvorschuss wird das Kindergeld nicht erneut in Abzug gebracht – erhaltener Kindesunterhalt hingegen schon.

Wenn Ihr Kind von dem zahlungspflichtigen Elternteil nicht zumindest den Mindestunterhalt erhält bzw. ihn aufgrund von fehlender Leistungsfähigkeit nicht erhalten kann, haben Sie die Möglichkeit, bei der zuständigen Unterhaltsvorschusskasse die zusätzliche Leistung zu beantragen.

Ihnen wird dann neben dem Unterhaltsvorschuss auch das Kindergeld weiterhin gezahlt. Die Zusatzleistung negiert den Anspruch auf Kindergeld mithin nicht. Erhalten Sie für Ihr Kind einen Teil des gemäß Unterhaltstabelle ermittelten Bedarfs von dem Unterhaltsschuldner, so findet dieser hingegen Anrechnung auf den Vorschuss.

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