Unterhalt in den Ferien – Lässt sich der Kindesunterhalt kürzen wegen Urlaub?

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Häufig kommt es vor, dass Kinder nach einer Scheidung ihrer Eltern ihre Ferien bei dem Elternteil verbringen, der sonst nicht für die Betreuung zuständig ist. Besonders während der sechswöchigen Sommerferien bleiben diese Kinder oft mehrere Wochen beim umgangsberechtigten Elternteil und es kommt die Frage auf, ob der Kindesunterhalt während der Ferien für den betreffenden Monat in voller Höhe zu zahlen ist.

Das Wichtigste in Kürze: Unterhalt in den Ferien

  • Der Unterhalt in den Ferien kann nicht gekürzt werden, wenn das Kind Urlaub beim umgangsberechtigten Elternteil macht.
  • Die pauschalisierten Berechnungsgrundsätze für den Kindesunterhalt in der Düsseldorfer Tabelle berücksichtigen bereits den Unterhalt in den Ferien.
  • Eine Kürzung des Kindesunterhalts ist generell nur bei einem längeren Aufenthalt von mehreren Monaten beim unterhaltspflichtigen Elternteil möglich.

Ausführliche Informationen zum Unterhalt in den Ferien erhalten Sie im Folgenden.

Das Familienrecht zum Unterhalt: in den Ferien beim unterhaltspflichtigen Vater

Unterhalt kürzen wegen Urlaub – Ist das möglich?

Erfolgt eine Kürzung des Unterhalts, wenn das Kind beim Vater Urlaub macht?

Erfolgt eine Kürzung des Unterhalts, wenn das Kind beim Vater Urlaub macht?

Es ist ein häufiges Bild: Ein Ehepaar lässt sich scheiden und das Kind lebt fortan bei einem Elternteil, meistens bei der Mutter. Den umgangsberechtigten Vater, der Unterhalt zahlt, sieht es regelmäßig an jedem zweiten Wochenende. Dann sind Schulferien und der Vater nimmt die Gelegenheit wahr, eine längere Zeit mit seinem Kind zu verbringen als nur ein paar Tage. Wie verhält es sich aber mit dem Unterhalt, wenn das Kind in den Ferien beim Vater ist?

Eine gesetzliche Regelung für den Unterhalt in den Ferien gibt es nicht. Grundsätzlich gilt, dass der Umgangsberechtigte – in unserem Fallbeispiel der Vater – auch die Umgangskosten zu tragen hat. Das steht jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Unterhalt. Wenn ein Kind beim Vater Urlaub macht, kann dieser deshalb nicht einfach den Unterhalt kürzen während der Ferien.

Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste ist der, dass in der Düsseldorfer Tabelle, die in der Regel festlegt, wie viel Kindesunterhalt zu zahlen ist, der Unterhalt in den Ferien oder an den Besuchswochenenden bereits miteingerechnet ist.

Der zweite Grund ist, dass die meisten Kosten, die mit dem Unterhalt gedeckt werden, ohnehin laufende Kosten sind, wie z. B. die anteilige Miete, die Nebenkosten, die Kosten für Kleidung, Schulbedarf etc.

Generell kann der Kindesunterhalt nicht für die Zeit gekürzt werden, in der sich Kinder beim unterhaltspflichtigen Elternteil aufhalten. Das gilt auch für den Unterhalt in den Ferien. Die einzige Ausnahme besteht, wenn die Kinder mehrere Monate beim Umgangsberechtigten verbringen, weil beispielsweise der sorgeberechtigte Elternteil wegen Krankheit nicht in der Lage ist, die Kinder zu betreuen.
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Unterhalt in den Ferien – Lässt sich der Kindesunterhalt kürzen wegen Urlaub?
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Kommentare

  1. Jürgen sagt:

    Was für eine verarsche das ist, wir Väter buckeln wie wahnsinnig um dem Kind unterhalt zahlen zu können & dann wenn wir das Geld selber brauchen um unser Kind mehrere Wochen bei uns Finanzieren zu können wenn es bei uns Urlaub macht kriegt die Mutter weiterhin unterhalt wofür? Ich bezahle doch das Kind & nicht die Mutter. Ich bin der allerletzte der bei seinem Kind sparen will aber Ich möchte meinem Kind beim Aufenthalt seines Vaters gern was bieten können & nicht immer nur an der Oberfläche rum kratzen. Als Mann wird man mit jeder Abneigung von allen nur benachteiligt, ist das der sinn?

  2. Oliver sagt:

    Hallo ,
    ja es stimmt was der Herr Jürgen schreibt , Wir Väter arbeiten normal haben nichts für einen eigenen Urlaub über.
    Oder wir arbeiten mit sehr viel Überstunden die dann auch noch voll angerechnet werden obwohl mann die im Familienleben NICHT machen würde.
    Und die Frage wieviel Urlaubszeit mit den Kindern und wieviel in der Tabelle berücksichtigt wird , ist auch nicht aufgeführt!
    Dem zahlenden Vater ist es geldlich auch NICHT möglich sich in irgendeiner Form Luxus zu gönnen wie z.B : Urlaub , neu einkleiden oder neue Möbel zu erwerben.
    Es ist echt schon traurig das die die regelmäßig und vor allem nach der Tabelle bezahlen immer die sind die sich und seinen Kindern nur leere Taschen zeigen können .
    Na klar wenn mann sich nichts leistet , auf kleinesten Raum lebt , die ältesten Fahrzeuge fährt dann kann mann die Kinder im Urlaub auch unterhalten.
    Aber wo für hat der § 1 den Sinn das die Wührde des Menschen unantastbar sein soll??

    Fazit:
    Lieber Saat und liebes Jugendamt aller Komunen :
    Bitte bejohnt doch mal die Väter die fleißig und zahlungstreu sind !!!

    MFG Oliver

  3. h. sagt:

    in diese Zeit muss die Mutter trozdem für Mieten ,ticket fürs Kindern bezahlen ,obwohl in Ferien oder nicht,die Wohnung ist fur die Mutter und Kind oder kinder zusammen gemietet,kann man nicht sagen ,in Ferien kind oder kinder nicht da bezahlt sie nicht .da sollt als Vater auch verstehen .
    ich bin auch Alleineziehne Mutter,leider mein EX hat keine Cent für Unterhalt bezahlt .

  4. Pseudo sagt:

    Naja, wenn die Kinder bei dem Vater für ein ppar Wochen sind. Da hat der Vater auch mehr ausgeben und er möchte auch was schönes mit den Kindern machen und dafür muss man ja Geld ausgeben! Wenn die Kinder 3 Wochen lang in der Sommerferien nicht bei der Mutter sind, hat sie ja auch weniger kosten! Wie ist das denn überhaupt berechtigt?!

  5. Michael sagt:

    Ja genau, die Väter haben zu zahlen u die Schnauze zu halten!
    Aber wenn ein Vater sagt ich kümmere mich nicht um die Kinder da ich Unterhalt zahle dann ist so ein Vater ein Vater dem seine Kinder egal sind. Ich zahle Unterhalt u das immer pünktlich u alle zwei Jahre lässt die Mutter regelmäßig den Unterhalt prüfen . Das ist ja auch ihr gutes Recht aber das ich 1000 Kilometer fahren muss im Monat um die Kinder am Wochenende bei mir zu haben ist ja mein Problem. Dazu kommen noch der Ferienumgang . Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Es heißt doch immer das Deutschland ein Rechtsstaat ist?

  6. Olli sagt:

    Hallo zusammen,
    auch ich bin Vater zweier wunderbarer Kinder. Und auch ich zahle Unterhalt für meine Kinder, was ich als selbstverständlich erachte. Allerdings empfinde ich die die Regelung des Staates als sehr ungerecht. Ich beispielsweise habe meine Kinder an jedem zweiten Wochenende und in den Ferien anteilig ungefähr zur Hälfte. Außerdem wissen meine Jungs, dass sie auch sonst jederzeit willkommen sind, was dazu führt, dass gerade der ältere oft auch einfach so unter der Woche kommt und Zeit hier verbringt.
    Ein Vater, der sich nicht kümmert und seine Kinderzeit nicht wahrnimmt oder nur selten, zahlt aber bei gleichen Bedingungen den exakt gleichen Betrag. Und das die Kinder nun mal auch an den Wochenenden und besonders in den Ferien schlichtweg Geld kosten, bleibt meiner Meinung nach unberührt. Wenn nun das Argument lautet, dass für die Mutter ja auch Miete bzw. Darlehen in den Ferien anfallen, dann muss ich laut lachen. Was ist denn mit den kümmernden Vätern? Ich musste mir eine Wohnung mieten, in der eben auch für meine Kinder Platz ist und ich sie angemessen unterbringen kann. Außerdem möchte ich vielleicht auch mal die Ferien dafür nutzen, eine Reise mit meinen Kindern zu unternehmen. Das ist als finanzieller Sicht jedoch einfach nicht möglich. Und da spreche ich nicht von nem Luxusurlaub…
    Ich habe ein wenig das Gefühl, dass die gesetzliche Regelung dafür sorgt, dass der Zahler einfach monatlich überweisen soll und dann möglichst die Klappe hält. Ein Entgegenkommen beispielsweise in den Ferien ist nicht vorgesehen, von alltäglichen finanziellen Belastungen bezogen auf die Kinder für die zahlenden und gleichzeitig kümmernden Väter mal ganz zu schweigen.

    Deswegen mein Appell an die Menschen, die etwas bewegen können: Denken Sie mal drüber nach, dass eben neben der Mutter auch der Vater kindesbedingte Ausgaben hat, die nicht unerheblich sind. Und wenn Sie dann erkennen, dass dort eine Ungerechtigkeit vorhanden ist, so handeln Sie bitte und finden eine gerechtere Regelung.

    Und falls ich missverstanden werde, ich möchte nicht, dass die Mutter weniger Unterhalt bekommt, lediglich ein Entgegenkommen seitens des Staates für die sich um die Kinder kümmernden Unterhaltszahler!

    Gruß Olli

  7. Achim sagt:

    Das ist ja Heftig, also ich nehme mal kein Blatt vor den Mund und rede Klartext. Also da ich keine Lust habe die Vorschuss Kasse in Gebrauch zu nehmen um schuldenfrei leben zu können muss ich die Alimente zahlen.
    Ich Verdiene ca. 1450€ Netto.
    Zahle ca. 395€ Alimente.

    Ich:
    Lebe in einer 2 Zimmer Wohnung in die ich zusätzlich eine Küche und WC integriert habe, habe also wirklich nur 2 räume und habe für mein Sohn Quasi ein extra Zimmer angemietet bei meinem Nachbar. Ich besitze ein 12 Jahre altes Auto.

    Mutter:
    Hat einen Freund und Wohnt in einem 2 Stöckigem neu gebauten Eigentums Haus welches auf den Papieren nur Ihm gehört und besitzen 2 neue Autos.

    Nun ist mein Sohn, da ich Sie eigentlich unterstützen will durch die Corona Kriese, seit mehr als 6 Wochen bei mir. Mein Arbeitgeber hat nun Kurzarbeit beschlossen, was ich nun endgültig verdiene weiß ich noch nicht.
    Sie und ihr Freund haben keine Kurzarbeit und verdienen weiterhin gut Geld. Rechts-technisch habe ich anscheint keine Möglichkeit zumindest etwas von den Alimenten zurück bzw. einzubehalten zu können. Hat ja damit nichts zu tun aber sie hatte sich gegen mich entschieden, damals.
    Nun musste ich auch noch die Handy kosten von Ihm tragen da er Prepaid nutzt und meines Erachtens erreichbar sein sollte und wenigstens mit seinen Kumpels mal Telefonieren kann bzw. angerufen werden kann.

    Ich will jetzt nicht kleinkariert sein aber etwas Entlastung würde meines Erachtens schon angemessen sein!
    Na ja leider scheint es immer noch so zu sein das die Väter vor dem Staat die Bösen sind, anders kann ich mir das nicht übersetzten, vielen Dank!

  8. Jan sagt:

    Ich habe 1900 Netto davon muss ich 750 euro Unterhalt für 2 Kinder zahlen. Meine Kinder sind innerhalt 14 Tagen unregelmäßig mind4 Tage höchstens 6 Tag bei mir. ich muss eine ausreichend große Wohnung mit je einem Zimmer pro Kind vorhalten. Habe 800 Euro Miete, plus Nebenkosten. Das Auto kostet 250 Euro. Ein recht auf eine Kürzung des Unterhalts wegen Doppelbelastung habe ich nicht. meine Exfrau hat 2300 Euro Netto, plus 750 Euro Kindesunterhalt. 3050 Euro Netto und als Tagesmutter den ganzen Tag zuhause. Finde den Fehler im Rechtsstaat. es werden die Väter bestraft, die sich um Ihre leiblichen Kinder kümmern wollen und dies auch tun. Recht ist nicht gleich Gerechtigkeit.
    In den scandinavischen Ländern wird der Kindesunterhalt individuell geregelt und nicht nach einer Tabelle die aus reiner Willkür und Daumenpeilung entstanden ist.

  9. Thomas_DD sagt:

    Beide Eltern sind für den Unterhalt der Kinder verantwortlich. Einer ist nach aktueller Rechtslage durch die Betreuung der Kinder von Barunterhalt entbunden. Heutzutage sind die Kinder im Kindergarten, Schule, Hort und beim Vater und mit ihm im Urlaub. Das Gesetz, dass einer die Betreuung der Kinder alleine übernimmt passt oft nicht mehr… meine Mutter war mit meinem Bruder und mir früher ohne Arbeit zuhause, hat jeden Tag für uns gekocht und Hausaufgaben mit uns gemacht. Damals gab es keinen Hort, garantierten Kindergartenplatz und Väter die Elternzeit machen. Meine Ex-Frau geht aktuell voll arbeiten, die Kinder sind im Hort mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung und neben Papa-Umgang in den Ferien 50% bei mir. Da kann doch nicht davon gesprochen werden, dass sie die alleine Kinder betreut und deshalb vom Barunterhalt für die Kinder befreit wird, oder?

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