Gewalt in der Ehe – Hilfe bei häuslicher Gewalt

Gewalt in einer Ehe kann viele Gesichter haben. Noch immer ist sie ein unausgesprochenes Buch und hier und da hört man wieder von Fällen mit brutalster häuslicher Gewalt, die in den Nachrichten erscheinen. Doch, was die Menschen nicht sehen, passiert hinter verschlossenen Türen, hinter Wänden und zugezogenen Gardinen. Nicht jeder Betroffene, der Gewalt in der Familie erlebt oder erlebte, hat den Mut, sich davon zu lösen und darüber zu sprechen. Bekannte und Nachbarn schweigen. Daher ist zu vermuten, dass die Dunkelziffer der Gewalttaten in Familien, Gewalt gegen Frauen, Männer oder Kinder, noch wesentlich höher ausfällt, als die Zahl der bekannten Straftaten.

Gewalt gegen Frauen

Gewalt in der Ehe zerstört die Familie.

Gewalt in der Ehe zerstört die Familie.

Allein rund 25 % aller Frauen zwischen 16 und 85 Jahren haben mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt gegen sich erfahren müssen. Das fand die Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2004 heraus und aktuell ähnliche Zahlen schreibt die Statistik der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte im März 2014. Von circa 42.000 befragten Frauen in der EU gab etwa jede dritte an, schon einmal Opfer körperlicher, psychischer oder sexueller Gewaltattacken geworden zu sein. Die befragten Frauen waren zwischen 18 und 74 Jahren alt und einige von ihnen erfuhren Gewalt oder sexuelle Angriffe seit ihrem 15. Lebensjahr.

Doch was ist eigentlich häusliche Gewalt?

Die Definition des Begriffs „häusliche Gewalt“ beschreibt sämtliche Gewalttaten, die zwischen Menschen stattfindet, die zusammen in einem Haushalt leben. Dazu zählen dementsprechend Straftaten wie Gewalt in der Beziehung und auch Vergewaltigung in der Ehe bzw. sexuelle Belästigung sowohl an Frauen, als auch an Kindern und Männern. Merkmal der häuslichen Gewalt ist zudem, dass diese innerhalb der eigenen vier Wände stattfindet, wo der Täter sich im vermeintlichen Schutz sieht, unentdeckt zu bleiben.

Ein bekanntes Bild ist die Scham in der Öffentlichkeit und der Versuch, die Wunden und blauen Flecken zu verharmlosen, indem sich der oder die Betroffene Geschichten über ungeschickte Unfälle ausdenkt. Bei der Gewalt ist allgemein zu unterscheiden, wie schwer diese ist, welche Zeitdauer sie einnimmt und in welcher Systematik sie vorkommt.

Zwar ist Gewalt gegen Frauen statistisch gesehen verbreiteter, dennoch sind Männer gleichermaßen von häuslicher Gewalt betroffen. Männer erfahren Gewalt in den meisten Fällen durch andere Männer; oftmals innerhalb homosexueller Beziehungen.

Kinder leiden am meisten darunter, wenn es zu Gewalttaten zwischen den Eltern kommt. Doch Gewalt gegen Kinder ist sicherlich die schlimmste und grausamste Form der häuslichen Gewalt. Hier werden Schutzbefohlene traktiert, die sich nicht zur Wehr setzen können oder Taten wie sexuelle Übergriffe noch gar nicht als richtiges oder falsches Handeln einordnen können. Aber egal, ob psychische Gewalt oder physische Gewalt, Schmerzen bereitet jede Form der Gewalt in Familien.

Was ist physische Gewalt?

Mit der physischen Gewalt ist körperliche Gewalt gemeint. Also jegliche körperliche Übergriffe und Misshandlungen am eigenen Leib, wie

  • Schläge,
  • Tritte,
  • Verprügeln mit Gegenständen,
  • mit Gegenständen bewerfen,
  • Verbrennungen durch Zigaretten,
  • Stoßen,
  • Schütteln,
  • Anspucken,
  • Einsperren/Aussperren,
  • Würgen,
  • Boxen,
  • Vergewaltigen,
  • an den Haaren ziehen,
  • Attackieren mit einer Waffe bis hin zu Mord bzw. Mordversuch.

Körperliche Gewalt kann auch so vorgenommen werden, dass sie an anderen Menschen im Opfer-Umfeld ausgeübt wird. Mitunter wird dann Gewalt an Kindern vollzogen oder Haustiere gequält. Teil dessen kann aber auch die Zerstörung von Sachen bzw. Gegenständen sein, die für das Opfer von persönlichem Wert waren.

Kinder sind immer die Leidtragenden - Gewalt gegen Kinder wird dabei sogar teilweise immer noch gesellschaftlich toleriert.

Kinder sind immer die Leidtragenden – Gewalt gegen Kinder wird dabei sogar teilweise immer noch gesellschaftlich toleriert.

Häusliche Gewalt gegen Kinder kann sich in physische Misshandlung wandeln, wenn etwa Pflege, medizinische Hilfe und Ernährung vernachlässigt oder gar entzogen werden. Diese schweren Formen der körperlichen Gewalt sind ein Tabu-Thema, währenddessen die sogenannte leichte Misshandlung gesellschaftlich jedoch toleriert wird. Dazu zählen leichte Klapse auf den Po, an den Ohren ziehen, schütteln oder die klassische Ohrfeige.

Zeigt die Gewalt an Frauen, die häusliche Gewalt gegen Kinder oder auch die Gewalt gegen Männer sichtbare Zeichen, so handelt es sich hierbei um eine schwere körperliche Misshandlung. Anzeichen dafür sind Quetschungen, blaue Flecken, Schnitte, Stiche, Verbrennungen und sogar innere Blutungen und Knochenbrüche. Bei solchen Anzeichen, sollte schnellstens die Polizei alarmiert werden.

Was ist psychische Gewalt?

Die seelische Gewalt kann einen Betroffenen genauso hart treffen, wie ein Faustschlag ins Gesicht, denn sie ist heimtückisch und oftmals nicht so eindeutig wie die physische Gewalt, die man gleich spürt. Sie kann einerseits offen ausgeübt werden, etwa durch emotionale und psychisch-verbale Beleidigungen, Drohung und Einschüchterung, aber auch durch ignorierendes Verhalten und üble Beschimpfungen. Mobbing in der Ehe kann hier als Beispiel genannt werden. Dabei wird das Opfer absichtlich gekränkt, es werden Witze über es gemacht, sein Handeln als lächerlich hingestellt oder Tatsachen verdreht.

Aber die psychische Misshandlung kann genauso subtil durchgeführt werden. Dabei nimmt der Partner ein Dominanzverhalten an und versucht strategisch zu manipulieren und zu kontrollieren. Hierbei prallen feindselige Angriffe auf die Seele, Wahrnehmung und das Denken des Opfers ein, das meist erst spät erkennt, dass an ihm häusliche Gewalt vorgenommen wird.

Psychische Gewalt in der Ehe wird häufig verdeckt vollzogen, wobei der Täter sein Opfer manipuliert, es verunsichert, verängstigt und sogar gefügig macht. Viele Betroffene zweifeln dann an sich selbst, da der Täter trotzdem offenkundig seine Liebe zum Opfer suggeriert. Häufig entsteht dabei sogar ein Abhängigkeitsverhältnis, weil der Täter dem Opfer zu verstehen gibt, dass er oder sie allein verloren wäre.

Tatsächlich findet die psychische Gewalt eine weitläufigere Verbreitung, als die physische, insbesondere weil sie nahezu unsichtbar ist und kaum nachgewiesen werden kann. Blaue Flecken auf der Seele sehen Menschen nicht so schnell wie solche, die sichbar auf der Haut sitzen. Psychische Gewalt kann zudem schlimmer sein und birgt Folgen in sich, die die Seele eines Menschen total zerstören kann.

Soziale und Ökonomische Gewalt

Dinge wie etwa die Kontrolle der sozialen Kontakte, das Vergrämen von Freunden, Familie und Bekannten oder die Missachtung der Privatsphäre, die auch durch hysterische und krankhafte Eifersucht ausgelöst wird, gehören ebenfalls zu Formen der häuslichen Gewalt. Hinzu kommen ökonomische Faktoren, wie zum Beispiel die Zuteilung des Geldes und die Kontrolle der Finanzen sowie das Verbot zur Arbeit zu gehen.

Häusliche Gewalt und seine Ursachen

Pauschal kann für häusliche Gewalt leider keine klare Ursache festgelegt werden. Es sind vielmehr unterschiedliche Gründe dafür zu nennen. Menschen, die häusliche Gewalt ausüben – besonders bei Gewalt gegen Frauen oder Gewalt an Kindern – wollen oft einfach nur Macht innehaben oder lernten es selbst in ihrer Kindheit nicht anders kennen.

Viele Täter leiden auch unter Selbsthass oder sind unzufrieden mit ihrem Leben und wollen dies nun an jemand anderem auslassen. Psychische Störungen oder das Auslassen von Aggressionen können ebenfalls Ursache für Gewalt in der Partnerschaft sein. Solche Störungen muss es aber nicht zwingend geben. Manchmal gibt es einfach auch gar keine Gründe für die Gewalt an Kindern und die Gewalt gegen Frauen.

Hilfe durch das Gewaltschutzgesetz

Das Gewaltschutzgesetz bietet Hilfe bei häuslicher Gewalt

Das Gewaltschutzgesetz bietet Hilfe bei häuslicher Gewalt

Im Jahr 2002 trat das Gewaltschutzgesetz in Deutschland in Kraft, das sich um Formen der häuslichen Gewalt gegen Frauen, Kinder und Männer richtet. Österreich war europaweit allerdings das erste Land, das ein solches Gesetz erließ (1997).

Das deutsche Gewaltschutzgesetz heißt im Volltext „Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung“. Das Gewaltschutzgesetz hat im Besonderen den Schutz von Personen vor Gewaltakten im privaten häuslichen Raum. Zwar werden solche Gewalttaten im Rahmen des Strafrechts verfolgt, doch dieses Gesetz regelt noch eine andere Prämisse.

Das Gewaltschutzgesetz erlaubt der Polizei, die gewalttätige Person (zeitweise) der Wohnung zu verweisen, sodass das Opfer in der selbigen bleiben kann und nicht Zuflucht suchen muss.

Häusliche Gewalt gegen Frauen und/oder Kinder

Die Facetten der Gewalt gegen Frauen und Kinder reichen weit. Sie können eine solche Brutalität annehmen, wie sie für manche Menschen überhaupt nicht vorstellbar sind. Kaum einer kann das Verhalten der Männer verstehen, die auf eine unmenschliche Art und Weise in der gemeinsamen Wohnung wie ein Tyrann gewalttätig auf die eigene Familie losgehen. Doch für häusliche Gewalt gibt es Hilfe. Lassen Sie sich helfen und entfliehen Sie diesem menschenunwürdigen Dasein, denn jeder Mensch hat das Recht auf Freiheit, Eigentum und Sicherheit. Die Menschenrechte schreiben es weltweit gültig fest:

Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.

Welche Möglichkeiten haben Frauen und Kinder, um sich der Gewalt zu entziehen?

In erster Linie ist es wichtig, dass Ihnen als Opfer klar zu sein hat, dass Sie keine Schuld tragen. Sie sind nicht schuld. Niemand, ob Kinder, Frauen oder Männer haben es verdient, jahrelange Gewalt zu erfahren, denn jeder Mensch ist frei in seinem Tun und kann eigenständige Entscheidungen treffen. Die alleinige Verantwortung trägt der Täter – der Schläger und Psychopath, der Ihnen weh tut und seelische Schmerzen zufügt – er allein trägt die Schuld an der Situation. Meistens ist es auch ganz egal, was Sie als Opfer machen; es kann in den Augen des Partners „nur falsch sein“ und die Terrorisierung wird nicht aufhören, selbst, wenn Ihr Partner das sagt – er wird immer wieder zuschlagen, sie beleidigen und demütigen.

Die Folgen von Gewalt gegen Frauen wiegen oft schwer. Neben Depressionen, Schlafstörungen, Alpträumen, Antriebslosigkeit, können solche Misshandlungen aber auch Kopfschmerzen, Magengeschwüre, Verspannungen, Verdauungsprobleme oder Herz-/Kreislaufprobleme nach sich ziehen. Mitunter fällt auch die Versorgung der eigenen Kinder immer schwerer und das Selbstwertgefühl verschwindet.

Das bundesweite Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen kann ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, wenn Sie nicht gleich zur Polizei gehen wollen. Unter der kostenlosen Rufnummer 08000 – 116 016 können Sie als Betroffene oder Angehöriger eines solchen Unterstützung und Hilfe erfahren. 24 Stunden lang ist das Hilfetelefon erreichbar und kann zudem in mehreren Sprachen genutzt werden.

Das Hilfetelefon zur Gewalt gegen Frauen unterstützt Frauen in Notsituationen.

Das Hilfetelefon zur Gewalt gegen Frauen unterstützt Frauen in Notsituationen.

Verschiedene Organisationen, Vereine und Frauenberatungsstellen leisten deutschlandweit ebenfalls Hilfe für Frauen in Not bzw. in gewalttätigen Beziehungen und bieten eine kostenlose und auf Wunsch anonyme Beratung. Auf der Webseite des Bundesverbands für Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen finden Sie die nächste Beratungsstelle in Ihrer Nähe. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Selbsthilfegruppen oder Selbstverteidigungskurse, auch wenn letztere kein Garant für Besserung ist. Im Gegenteil, so kann das Zurückschlagen oder Kontrageben den Partner vielleicht sogar noch wütender machen. Dennoch können Frauen in einer Selbsthilfegruppe mit Betroffenen über ihre Erfahrungen reden, sich helfen lassen und Rat holen sowie sich alles von der Seele sprechen.

Sie haben die Entscheidung getroffen, die physische und psychische Gewalt in der Partnerschaft nicht mehr länger zu dulden, wollen nun gehen und wissen nicht, wohin? Frauenhäuser bieten im Hilfesystem nicht nur Beratung, sondern insbesondere Schutz und eine Unterkunft für Frau und Kind. In Deutschland existieren viele kleine Frauenhäuser, die nur maximal fünf Plätze zu vergeben haben. Häufig sind diese aufgrund der Tatsache, dass die Problematik der häuslichen Gewalt so drastisch ist, bereits belegt.

Im Notfall können Betroffene aber trotzdem ohne Vorankündigung ein Frauenhaus aufsuchen und auch die Kinder mitbringen. In der Regel werden Sie bei Belegung an andere Frauenhäuser weitervermittelt. In einigen Fällen ist es aber auch dann schwierig, einen Platz zu bekommen. Um also ganz sicher zu gehen, sollten Sie vorher im entsprechenden Frauenhaus anrufen und sich anmelden, wenn Sie vom Tatbestand „Gewalt gegen Frauen“ betroffen sind. Es ist sinnvoll, sich im Vorfeld auf der Homepage der Frauenkoordination ein Frauenhaus zu suchen und sich über dieses zu erkundigen. Dort finden Sie alle Informationen zur Größe des Frauenhauses, zu den Sicherheitssystemen sowie dazu, ob es hier eine Behindertenausstattung gibt oder auch, ob Sie Tiere mit ins Haus bringen dürfen.

Mitunter kann die Zeit im Frauenhaus auch dabei nützlich sein, noch einmal über die Situation aus der Ferne nachzudenken und zu überlegen, welche Schritte nun für Sie und Ihr Kind am besten sind.

Ferner ist es ratsam, einen Rechtsanwalt sowie die Polizei aufzusuchen. Rufen Sie lieber einmal zu viel bei der Polizei an und machen Sie auf sich aufmerksam, wenn Sie Angst haben und in Gefahr sind. Der Anwalt berät Sie zu Scheidung und rund um das Thema Trennung sowie zum Gewaltschutzgesetz. Der Rechtsanwalt kann Ihnen also auch Informationen zum Näherungsverbot oder der Wohnungsüberlassung erteilen. Letztlich kann auch eine Psychotherapie dabei helfen, die Folgen der traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

Was sollten Frauen und Kinder bei der „Flucht“ mitnehmen?

In jedem Fall sollten Mütter ihre Kinder bei der „Flucht“ mit sich nehmen, um diese aus dem gewalttätigen Milieu herauszuholen und eine häusliche Gewalt gegen Kinder zu verhindern. Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann sollten Sie eine Notfalltasche packen. Darin enthalten sein, sollten in jedem Fall alle wichtigen persönlichen Dokumente:

  • Personalausweis und Reisepass (wenn vorhanden)
  • Geburtsurkunde der Kinder
  • Eventuell Bescheinigungen zur Rente, Arbeitslosengeld
  • Mietvertrag, wenn Sie Mieter der Wohnung sind
  • Einkommensnachweis, Arbeitsvertrag
  • Sozialversicherungsausweis
  • Aufenthaltsgenehmigung
  • Impfausweise
  • Mutterpass und Vorsorgehefte
  • Krankenkassenkarte (eigene und die, der Kinder)
  • Wohnungsschlüssel, um zu einem späteren Zeitpunkt noch Sachen aus der Wohnung holen zu können

Daneben sollten Sie Bargeld bzw. eine Scheck- oder Geldkarte mitnehmen sowie das Handy, etwas Bekleidung, Wertsachen, Hygieneartikel, Medikamente (vor allem solche, die Sie regelmäßig einnehmen) und eventuell das Lieblingskuscheltier oder -spielzeug der Kinder. Haben Sie viel Zeit, zusammenzupacken, dann sollten Sie auch noch die Schulsachen der Kinder und eventuell auch ein paar Lebensmittel mit sich nehmen.

Im Falle einer schnellen ungeplanten Flucht ist es aber auch möglich, die persönlichen Habseligkeiten mit Hilfe des Frauenhauses und in Zusammenarbeit mit der Polizei zu einem späteren Zeitpunkt aus der Wohnung oder dem Haus zu holen. Die meisten Frauenhäuser haben Notfall-Bekleidung sowie Drogerieartikel, Spielzeug und Lebensmittel da.

Sind Frauen und Kinder im Frauenhaus etc. sicher?

Ob seelische Gewalt oder physische Gewalt - Schmerzen bereitet jede Form der Gewalt in der Ehe

Ob seelische Gewalt oder physische Gewalt – Schmerzen bereitet jede Form der Gewalt in der Ehe

Große Frauenhäuser verfügen in der Regel sowohl über technische als auch personelle Sicherheitskonzepte. Anonymität ist in den meisten Frauenhäusern ein striktes Gebot, ebenso wie die Geheimhaltung von Standort und Adresse.

Weiterhin besitzt das Frauenhaus Sicherheitskameras, vornehmlich an den Eingängen. Einige Frauenhäuser verfügen sogar über gesicherte Eingangsschleusen sowie Wachdienstpersonal, das rund um die Uhr im Gebäude ist. Zudem bieten Frauenhäuser teilweise anonyme Schutzwohnungen an.

Falls Unbefugte das Frauenhaus betreten wollen, sorgen im Regelfall Sicherheitstüren und Alarmanlagen dafür, dass dies verhindert wird. In den meisten Fällen ist in den Sicherheitssystemen der Frauenhäuser auch die ansässige Polizei involviert.

Einige Frauenhäuser schätzen über ein Risiko-Screening die Gefährdung der neuen „Bewohnerin“ ein. Daraufhin erfolgt die Einstufung in die dementsprechende Sicherheitsstufe.

Jedoch sind die Sicherheitsvorkehrungen in vielen kleinen Frauenhäusern leider eher dürftig, da die Installation von Sicherheitssystemen zu teuer ist. Längst nicht jedes Frauenhaus verfügt daher über entsprechende Strukturen zum Schutz.

Frauen und Kind ohne deutsche Staatsbürgerschaft

Die Gewalt gegen Frauen richtet sich genauso gegen Ausländerinnen. Sie sind häufig besonders isoliert, weil vielleicht die eigene Familie zu weit weg ist oder sie und die Kinder nur wenig deutsch sprechen. Auch Frauen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, können mit ihren Kindern spezielle Einrichtungen aufsuchen, wie etwa das Frauenhaus oder Frauenberatungsstellen. Ausländische Frauen haben also genau dieselben Möglichkeiten, sich aus der Gewalt in der Ehe zu retten.

Genauso können Sie die Polizei informieren. Diese hilft dann, Sie aus der Wohnung zu holen und kann Ihrem Mann verbieten, sich Ihnen zu nähern, was später sogar dauerhaft vom Gericht angeordnet werden kann.

Sofern Sie keine Staatsbürgerschaft in Deutschland besitzen, brauchen Sie keine Angst zu haben, dass Sie das Land nun gleich verlassen müssen und durch die Trennung von Ihrem Mann Ihre Aufenthaltserlaubnis verlieren. Es gibt eine Menge Möglichkeiten, dass Sie trotzdem in Deutschland bleiben dürfen. Von Vorteil ist es häufig, Beweise für die Gewalt des Ehemannes zu haben. Das können Atteste vom Arzt oder dem Krankenhaus sein sowie der Nachweis von der Polizei über einen oder mehrere Einsätze. Schlägt der Ehegatte Sie oder Ihre Kinder, dann werden Sie in der Regel als Härtefallscheidung eingestuft und sind mitunter auch bei einer kurzen Ehezeit berechtigt, im Land zu bleiben. In diesem Fall können Sie eine eigenständige Aufenthaltserlaubnis bekommen.

Besitzen Sie eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung bzw. eine Niederlassungserlaubnis, dann können Sie ohne Probleme auch nach der Scheidung in Deutschland bleiben. In jedem Fall sollten Sie auch Ihren deutschen Pass behalten, wenn Sie einen solchen haben. Normalerweise können Ausländerinnen auch ohne ihren Mann in der BRD leben. Nach der Trennung sollten sie allerdings etwa ein Jahr später ohne staatliche Hilfen zurechtkommen und ein eigenes Einkommen vorweisen können, zu dem auch Unterhaltszahlungen des Ehemannes bzw. Ex-Ehemannes zählen.

Eine befristete Aufenthaltserlaubnis kann zunächst verlängert werden. Haben Sie vor der Trennung bereits drei Jahre in der Bundesrepublik gelebt, dann erhalten Sie ein eigenständiges Aufenthaltsrecht. Eine kürzere Ehezeit reicht auch aus, sofern Sie mit einem türkischen Staatsangehörigen verheiratet sind bzw. waren und sich in einer Erwerbstätigkeit befinden.

Läuft derzeit das Asylverfahren oder Sie besitzen lediglich eine Duldung, dann gelten allerdings andere Regeln. Trotzdem sollten Sie sich nicht von Ihrem Mann terrorisieren lassen und sich und Ihre Kinder schützen. Informieren Sie sich stattdessen bei einem Rechtsanwalt oder in einer Beratungsstelle über Ihre Möglichkeiten.

Häusliche Gewalt gegen Männer

Gewalt gegen Männer ist ein gesellschaftliches Tabuthema.

Gewalt gegen Männer ist ein gesellschaftliches Tabuthema.

Man mag es kaum glauben, doch auch Gewalt gegen Männer ist mittlerweile keine Seltenheit mehr, auch wenn das Bild der schlagenden Frau und des Mannes als Opfer nicht so recht in das klassische Rollenklischee passt. Doch auch für häusliche Gewalt gegen Männer existieren Hilfsangebote.

Wie kann Gewalt gegen Männer in der Ehe aussehen?

Wird Gewalt gegen den Mann vollzogen, dann kann er genauso physische und psychische Gewalt erfahren; genauso aber auch sexuelle Übergriffe. Doch Frauen üben an Männern eher seelische Gewalt aus. Tendenziell greifen Männer vermehrt zu sichtbarer körperlicher Gewalt, Frauen hingegen nutzen die unsichtbare psychische Gewalt. Dabei neigen sie zum Kontrollwahn und verbaler Gewalt, wie Schikanen, Beschimpfungen oder Beleidigungen. Doch auch Ohrfeigen, Tritte oder Schläge übten Frauen bereits an ihren Männern aus.

Männer schämen sich allerdings noch mehr in der Öffentlichkeit, wenn sie erzählen müssten, dass sie von ihrer Frau traktiert werden. Gerade, weil der Mann für die Gesellschaft im öffentlichen Rollenspiel nicht als Opfer gilt, schon gar nicht gegenüber seiner Ehefrau. Leider ist dieses Bild noch weit verbreitet und Gewalt gegen Männer deshalb ein Tabuthema. Männer geben keinen Hilfeschrei von sich. Sie neigen eher dazu, beispielsweise dem Sportverein fern zu bleiben, sich zurückzuziehen und kaum noch an Unternehmungen mit Freunden teilzunehmen.

Weiterhin ergab eine Pilotstudie aus dem Jahr 2004 zur Gewalt gegen Männer des Bundesministeriums für Familie, dass Männer größtenteils Gewalt durch Männer in homosexuellen Partnerschaften erfuhren.

Welche Möglichkeiten haben Männer, um sich der Gewalt zu entziehen?

Es existieren leider viel weniger Hilfsangebote bei Gewalt gegen Männer, als das bei Gewalt gegen Frauen. Doch auch der Mann kann sich an diverse Einrichtungen richten sowie entsprechende Beratungsangebote wahrnehmen und sich dort Unterstützung suchen. Dafür gibt es Männerberatungsstellen, Sie können sich an Opferhilfen wenden oder an den Weißen Ring. Männern werden zum Beispiel Selbstbehauptungskurse angeboten oder die Möglichkeit einer Paarberatung sowie einer psychosozialen Krisenintervention.

Zurückzuschlagen ist oftmals keine Lösung. Viele Fälle haben gezeigt, dass mitunter dann der Mann als Täter hingestellt wird, denn in der Regel gilt dieser als derjenige, der die Frau schlägt.

Da häusliche Gewalt bei Männern eine Straftat ist, sollten Betroffene bei der Polizei eine Anzeige machen und sich bei Verletzungen von einem Arzt untersuchen lassen sowie diese Verletzungen dokumentieren.

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