Ab Januar 2021: Eltern- & Kindergeld­antrag sollen vereinfacht werden

10. November 2020 um 11:28 Uhr

Derzeit bedeuten die Anträge auf Kindergeld und Elterngeld für die betroffenen Eltern einen erhöhten bürokratischen Aufwand. Doch die Bunderegierung plant, der Zettelwirtschaft ein Ende zu bereiten. Der Bundestag verabschiedete nun das Digitale-Familienleistungen-Gesetz, durch den sowohl Eltern- als auch Kindergeldantrag vereinfacht werden sollen. Spätestens ab 2022 sollen Eltern die Familienleistungen bundesweit schnell und digital beantragen können. Kern der Lösung: der automatische, elektronische Datenaustausch.

Wie sollen Eltern- und Kindergeldantrag genau vereinfacht werden?

Digitale-Familienleistungen-Gesetz: Eltern- und Kindergeldantrag sollen vereinfacht werden.
Digitale-Familienleistungen-Gesetz: Eltern- und Kindergeldantrag sollen vereinfacht werden.

Bislang müssen Eltern eines neugeborenen Kindes unterschiedliche Anträge ausfüllen und verschiedenen Nachweispflichten nachkommen, wenn sie Familienleistungen wie Eltern- oder Kindergeld beantragen wollen. Das neue Digitale-Familienleistungen-Gesetz sieht eine Entschlackung bei der Antragstellung vor und bei der Beschaffung erforderlicher Nachweise wie etwa der Geburtsurkunde des neugeborenen Kindes.

Eltern- und Kindergeldantrag sollen dabei vereinfacht werden, indem Standesämter, Krankenkassen, Elterngeldstellen sowie die Deutsche Rentenversicherung künftig automatisch elektronisch Daten austauschen. Indem die einzelnen Stellen eigenständig untereinander Informationen abrufen können, entfallen die Nachweispflichten für die Eltern selbst. Die Anwendung ELFE (Einfach Leistungen für Eltern) soll in Bremen schon ab 2021 getestet werden.

Zudem sollen sie in einem Kombivertrag unterschiedlichste Familienleistungen zeitgleich beantragen können, statt für jede einzelne einen erneuten Antrag ausfüllen zu müssen. Spätestens ab 2022 soll es Eltern möglich sein, Familienleistungen wie Kindergeld ausschließlich digital zu beantragen. Das Gesetz soll noch in diesem Jahr dem Bundesrat zur Entscheidung vorgelegt und ab Januar 2021 Schritt für Schritt umgesetzt werden.

„Mit diesem Gesetz bündeln wir die Anträge für die wichtigsten Leistungen für Familien rund um die Geburt eines Kindes. Schließlich sollen die Eltern mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen – und weniger mit Papierkram.“ (Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin)

Um den Datenschutz zu wahren, erfolgt der elektronische Datenaustausch, durch den Eltern- und Kindergeldantrag vereinfacht werden sollen, nur auf Wunsch der Eltern hin.

Wie können Sie Kindergeld aktuell beantragen?

Wer Anspruch auf Kindergeld hat und wie Eltern es bislang beantragen können, zeigt das folgende Video des Bundesfamilienministeriums:

Ebenfalls ab Januar 2021: Kindergeld steigt

Neben dem Digitale-Familienleistungen-Gesetz, durch das Eltern- und Kindergeldantrag vereinfacht werden sollen, kommen auf Eltern ab Januar 2021 auch weitere Anpassungen zu: Das Kindergeld steigt weiter an. Folgende Kindergeldsätze zahlen die Familienkassen ab dem kommenden Jahr aus:

  • für das 1. und 2. Kind: 219 Euro (statt 204 Euro im Jahr 2020)
  • für das 3. Kind: 225 Euro (statt 210 im Jahr 2020)
  • ab dem 4. Kind: 250 Euro (statt 235 Euro im Jahr 2020)

Bildnachweise: fotolia.com/skarie (Vorschaubild), fotolia.com/skarie

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (40 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Ab Januar 2021: Eltern- & Kindergeld­antrag sollen vereinfacht werden
Loading...

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder